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Luhdener Kommunalpolitiker lehnen die Errichtung des Netto-Marktes in Heeßen strikt ab

"Einer der Märkte wird das nicht überleben"

Luhden (sig). Bei dem Heeßer Gemeinderat hat der Plan, auf dem Gelände neben dem Restaurant "Klein Eilsen" einen Netto-Markt zu errichten, Zustimmung gefunden und Vorfreude ausgelöst. In der Nachbargemeinde Luhden sieht das schon ganz anders aus. In der Ratssitzung am Dienstagabend gab es keinen einzigen Fürsprecher für dieses Vorhaben. Dafür umso mehr Ablehnung und Ängste um den Fortbestand des Penny-Marktes an der Bundesstraße 83.

Als sich die Gemeinde Bad Eilsen gerichtlich gegen den geplanten Bau eines großen Edeka-Marktes an gleicher Stelle in Heeßen zur Wehr setzte und damit Erfolg hatte, atmeten auch die Luhdener Kommunalpolitiker auf. Damit war eine mögliche Gefährdung des Discounters in Luhden mit Fleischerfachgeschäft, Backshop und Getränkemarkt erst einmal vom Tisch. In derÖffentlichkeit machte sich daraufhin die Erwartung breit, an dieser Stelle werde nun kein Lebensmittelmarkt mehr entstehen - vielleicht ein Hotelneubau oder aber Wohnhäuser, für die auch eine Zeitlang geworben wurde. Dabei blieb es aber. Es gab kein konkretes und aussichtsreiches Projekt. Dem Landkreis als Eigner dieses seit Jahren brach liegenden Geländes kommt nun das Interesse des Netto-Marktes an diesem Standort entgegen. Von der jetzt geplanten Größenordnung her gibt es für Luhden oder auch für Bad Eilsen keine Chance, dieses Vorhaben zu verhindern. Ein Zuhörer brachte das Thema in der Fragestunde des Luhdener Gemeinderates auf den Tisch. Er sprach von einer bevorstehenden Überversorgung durch die Filialen von Lebensmittelmärkten. "Befürchten Sie nicht, dass dadurch Bauruinen entstehen?", fragte er das Ratsgremium. Der stellvertretende Bürgermeister Hartmut Büscher gab ihm Recht: "Netto und Penny fahren die gleiche Preisschiene, auch dort gibt es einen Backshop, wie ihn Mühe für rund 70 000 Euro im Penny eingerichtet hat. Innerhalb der kurzen Entfernung sind beide Märkte nicht überlebensfähig." In dieselbe Kerbe schlug Bürgermeister Peter Zabold: "Ich kann diese Firmenpolitik nicht nachvollziehen. Mit den Heeßer Plänen sind wir überhaupt nicht glücklich. Nicht nur allein, wenn ich an das Engagement von Paul Mühe denke. Auch sonst macht es keinen Sinn, zwei so gleich ausgerichtete Geschäfte so dicht beieinander zu haben." Von der Gemeindedirektorin Svenja Edler mussten die Ratsmitglieder jedoch zur Kenntnis nehmen, dass Heeßen nun einmal - wie jede andere Gemeinde auch - Planungshoheit habe und der Landkreis Schaumburg dieses Vorhaben sicherlich genehmigen werde. Einen Bestandschutz für den Penny-Markt gebe es nicht. Allgemeiner Tenor im Rat: "Das kann nicht gut gehen; einer der beiden Märkte bleibt auf der Strecke."



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