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Tiefe Bässe, schwarze Stiefel: Gesang der Ural Kosaken erfüllt die Stadtkirche / Männergesangverein hängt Messlatte hoch

Einen Augenblick langöffnet sich Russlands Seele ganz weit

Bückeburg. Tiefe Bässe, schwarze Stiefel: Mit Sehnsuchtsliedern vom Schwarzen Meer und Traditionellem aus Afrika ist das Doppelkonzert der Ural Kosaken und des Bückeburger Männergesangvereins in der Stadtkirche ein großer Erfolg geworden. Das weltbekannte Ensemble vom Schwarzmeer wurde im Jahr 2000 wiederbelebt,sein bekanntestes Mitglied war Ivan Rebroff.

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Autor:

Michael Grundmeier

Das festliche Galakonzert fand trotz der vielen Zuhörer in einem eher familiären Rahmen statt. Zwischen beiden Chören gibt es enge Kontakte. Olga Otkupchyk, die musikalische Leiterin des Bückeburger Männergesangvereins, kennt einige Ural Kosaken sogar aus ihrer Geburtsstadt. "Die Welt ist klein, und wo trifft man sich? In Bückeburg", scherztePastor Ingo Röder im Rahmen seiner kurzen Begrüßung. Rudolf Gravermann, Vorsitzender des Bückeburger Männergesangvereins, erinnerte anschließend daran, dass der MGV schon viele hochklassige Musiker in die ehemalige Residenzstadt geholt hat. Der gastgebende Chor eröffnete das Konzert dann mit dem geistlichen Lied "Lobe den Herrn meine Seele" und hängte die Messlatte gleich ziemlich hoch. Unter der Leitung von Olga Otkupchyk versteckten sich die 19 Männer nicht hinter dem Profichor aus Erlangen und zeigten vor allem beim afrikanischen Traditional "Tsamaja"und dem lustigen "De Animals a-Comin" von M. Bartholomew/F. Heath ihr Können.Glänzend aufgelegt waren die Bückeburger auch beim leisen "Pater noster" und "Im Abendrot". Nur neun Kosaken brauchte es dann, um die Stadtkirche ganz auszufüllen. Unter der Leitung von Alexander Kovlegin stellten die schwarz gekleideten Sänger zwei Teile ihres Programms vor - katholische und orthodoxe Kirchengesänge, sowie Volksweisen und Kosakenlieder. Dabei besonders beeindruckend: der Stimmumfang der einzelnen Sänger. Bei der "Cherubim-Hymne" von D. Bortniansky gelang es den Interpreten auch in den hohen und tiefen Lagen pianissimo zu singen. Ganz in sich versunken schienen die Kosaken bei der "Zarenhymne", einem "Gebet des russischen Volkes". Rund 90 Jahre nach dem Sturz des russischen Regenten und der Emigration vieler Adeliger ist es den Kosaken auch heute noch ein Anliegen, dem Publikum das Kulturgut des alten Russland zu vermitteln. Das gelang spätestens mit den beschwingten Volksweisen "Goldenes Bienchen", "Steppe, Steppe ringsumher" oder "Russisches Hurra". Die Schwarzmeer-Sänger donnerten ihre Lieder wie vom Pferderücken, für einen Augenblick öffnete sich die russische Seele ganz weit. Richtig die Post ab ging dann bei der "Hymne des Ural Kosaken Chores" und "Kalinka"- sogar die Zuhörer klatschten und sangen mit. Das begeisternde Finale folgte mit dem Stück "Eintönig klingt das Glöckchen" (Solist Yuriy Modorskiy), das die Kosaken gemeinsam mit den Bückeburgern sangen.

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