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S parten getrennt untergebracht / Vorsitzender: "Angst, dass Verein auseinanderbricht"

EineÄra geht zu Ende: Turnsaal ab Februar nicht mehr in TSG-Händen

Ahe (clb). So gut wie leer ist der Aher Turnsaal, ein paar gepackte Kisten stehen noch herum, ebenso Matten und Müllsäcke. Alle persönlichen Gegenstände sind schon weggeräumt, der Rest bereits aufgeteilt: Die Schränke kommen in die Mehrzweckhalle nach Engern, die Gymnastikmatten ins Dorfgemeinschaftshaus Schaumburg, die Pokalwand geht ins Vereinslokal "Doktorweide". Lediglich für die Sprossenwand wird noch ein Nachnutzer gesucht. H eute hat die Tanzgruppe ihren letztenÜbungsabend im Saal, morgen werden die Schlüssel an die Stadt zurückgegeben. Für die Turn- und Sportgemeinschaft Ahe-Kohlenstädt geht eine Ära zu Ende.

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Völlig überraschend und ohne Angabe von Gründen hatte Eigentümer Frank Ruhe den Saal bereits im Frühjahr vergangenen Jahres durch einen Mindener Rechtsanwalt zum 31. Januar 2008 kündigen lassen (wir berichteten). Und groß war der Schreck für die TSG: "Wir waren total geschockt, als wir gehört haben, dass wir hier raus müssen", erinnert sich der langjährige Vorsitzende Heinrich Söffker, während er mit seinem Nachfolger Michael Wallbaum, dem jetzigen Vorsitzenden der TSG, im Aufenthaltsraum des Turnsaals sitzt und die letzten Aufräumarbeiten vornimmt. Unverständlich ist für die beiden vor allem die Tatsache, dass der Eigentümer das seit 1963 bestehende Mietverhältnis beendet hat, obwohl die Stadt 150 000 Euro für die notwendigen Sanierungsarbeiten zur Verfügung gestellt hätte. Zu einem direkten Gespräch zwischen TSG und Vermieter sei es jedoch nie gekommen, erklärt Michael Wallbaum. "Und für uns ist es leider schwer einzugreifen, da wir nur Nutzer sind und keine Vollmacht haben." Wenig gesprächsbereit zeigt sich die Familie Ruhe auch auf Anfrage unserer Zeitung: "Wir wollen da was umbauen", lautet die einzige knappe Auskunft. Neue Trainingsräume für drei der insgesamt vier TSG-Sparten gibt es inzwischen: Die Tischtennismannschaft ist in die Mehrzweckhalle nach Engern umgesiedelt und teilt sich die Trainingszeiten mit dem SV, die Damengymnastik- sowie die Tanzgruppe sind im Dorfgemeinschaftshaus Schaumburg untergebracht. Noch unentschlossen ist die neue Wrestlingsparte, die zwischen drei verschiedenen Hallen wählen kann. Obwohl jetzt Ausweichmöglichkeiten für die einzelnen Sparten gefunden worden sind, sehen Michael Wallbaum und Heinrich Söffker der neuen Regelung noch skeptisch entgegen: "Ich denke, es wird Probleme geben, wenn der Verein nicht mehr an einem Standort ist", vermutet Söffker. Und Wallbaum bringt es auf den Punkt: "Unser Zuhause ist einfach weg!" Er habe große Angst, so der Vorsitzende, "dass die TSG die Trennung nicht verkraftet und irgendwann auseinander bricht." Auch Dieter Horn, Ortsbürgermeister von Ahe, Engern und Kohlenstädt, ist nicht wirklich glücklich über die neu gefundene Lösung: "Ich hoffe, dass die TSG künftig wieder ein eigenes Heim bekommt." Er habe sich vorgestellt, eine ähnliche Lösung wie beim Dorfgemeinschaftshaus in Goldbeck zu finden, das von der Stadtbezahlt und von einem Trägerverein in Eigenregie bewirtschaftet wird. Die TSG sei jedoch von der Mitgliederstruktur nicht in der Lage für ein solches Modell. Immerhin einen kleinen Trost gibt es für die Aher Sportler: Vereinsversammlungen werden nach wie vor in der alten Schule abgehalten.

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