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Jan Delay macht die AWD-Hall zur „Disko Nr. 1“

Eine Tanzwagenfahrt der Funk-&-Soul-Extraklasse

Jan Delay ließ vor 3000 Fans die Discokugel rotieren.

Angeheizt vom Vorab-Support DJ Mad und Jans altem Spezi „Das Bo“, der dann bei „Türlich, Türlich“ noch einmal gemeinsam mit Jan Delay auf der Bühne stand, ging es dann um 20.30 Uhr so richtig in die Vollen. Satter Sound mit satten Grooves, viele bunte Anzüge und drei hinreißende Ladys in einem, je nach Licht, ständig wechselndem Gewand war die Rezeptur, die aufging, damit Jan Delay die AWD-Hall in einen schweißtreibenden Partytempel verwandeln konnte.

Songs, die auf den Studio-Longplayern teilweise als Geheimtipp schlummerten, verwandelten sich auf der Live-Bühne plötzlich in Funk-Perlen, die einen nicht still am Platz stehen ließen. Ein Beispiel der Song „Abschlussball“.

Jan Delay hat mittlerweile eine beachtliche Discografie vorzuweisen, die ihm jetzt schon die Möglichkeit bietet, seine neuen Songs immer in staatlich geprüfte Dance-Classics der Vorgängeralben einzubinden. Und auch in punkto Publikumsanimation gelang es dem 33-Jährigen ohne viel Getöse klar zu machen, wer Chef „in-da-house“ ist, und was man dann zu tun hatte.

Ein Gentleman im Disco-Fieber.

Die Fans auf den Rängen standen dann doch lieber auf, als auf  Jan Delays Angebot Bier und Chips anliefern zu lassen, einzugehen – Jubel aus dem Innenraum. Moves, Waves, Turnarounds und Freezes – Elemente zum gemeinsamen Abfeiern, die verbanden, nämlich das Publikum mit der Bühne.

Dass Jan Delay prägnante Grooves und Riffs aus den 80ern gern mal „ausleiht“ macht er ganz offen, aber auch mit dem Anspruch, seine ganz eigenen Klassiker daraus zu kreieren.

Und dann wird auch mal richtig gecovert. „Everybody“ von den Backstreet Boys hat man in einer Jan-Delay-Version sicher nicht vermutet, passte aber in die Setliste trotzdem überraschend gut hinein. Und dass die Mädels zu Technotronics „Pump Up The Jam“ dem Publikum noch einmal richtig was auf Augen und Ohren geben durfte, tat der Stimmung besonders gut.

Überhaupt bot die gesamte Bühnencrew ein überaus farbenfrohes Bild, denn angefangen vom Massendompteur und Einpeitscher Delay (hellblauer Anzug mit Hut), glitzerte das gesamte männliche Beiwerk in den unterschiedlichsten Farben – dazu die drei Background-„Delaydies“ im sexy Glitzer-Look – alles stilsicher abgestimmt zum edlen Outfit des Meisters.

Delay ist ein harter Bühnenarbeiter – vom Opener „Showgeschäft“ bis hin zum Rausschmeißer „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“ riss der gebürtige Hamburger eine Meile nach der anderen, ließ die Discokugel bis zum bitteren Ende rotieren. Damit man auch seine Band gut in Erinnerung behielt, durften die sich dann in Form eines Raps zum Schluss noch einmal alle persönlich vorstellen.

Interessant war dann noch die Randnotiz, wonach Jan Delay vor Jahren beeindruckt war, von der wohl größten Auswahl an Gitarren-Fach-Magazinen am Hannoveraner Bahnhof, der nun wieder von Jan besucht wurde, leider aber nicht mehr mit dieser Bandbreite an Mucker-Fachblättern aufwarten konnte.




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