×
Warum die deutsche Erdbeere so gesund und lecker ist

Eine süße Versuchung, die überhaupt nicht dick macht

Sie ist die „Königin der Beerenfrüchte“, die Nummer 1 auf der Obst-Hitliste – die Erdbeere. Dabei ist die süße, rote Frucht streng genommen gar keine Beere, sondern gehört zur Gattung der Sammelfrüchte. Denn: Was wir für Fruchtfleisch halten, ist nur die fleischig verdickte Blütenachse, die die eigentlichen Früchte trägt, nämlich die kleinen gelben Kerne, die auf der Beere sitzen. Alles zusammen ergibt einen aromatischen Leckerbissen, der jetzt endlich wieder Saison hat.

Sie ist die „Königin der Beerenfrüchte“, die Nummer 1 auf der Obst-Hitliste – die Erdbeere. Dabei ist die süße, rote Frucht streng genommen gar keine Beere, sondern gehört zur Gattung der Sammelfrüchte. Denn: Was wir für Fruchtfleisch halten, ist nur die fleischig verdickte Blütenachse, die die eigentlichen Früchte trägt, nämlich die kleinen gelben Kerne, die auf der Beere sitzen. Alles zusammen ergibt einen aromatischen Leckerbissen, der jetzt endlich wieder Saison hat. Zwar muss man auf deutsche Freiland-Erdbeeren noch warten, aber die unter Folien gezogenen Früchte sind schon da. Energiearm, nährstoffreich und verdauungsfördernd, sind Erdbeeren echte Figurschmeichler: 100 Gramm der appetitlichen Früchte enthalten nur knapp 30 Kalorien. Dabei sind sie prallvoll mit allem, was gut und gesund ist. Als Vitamin-C-Bomben machen sie sogar Orangen und Zitronen Konkurrenz. Sie enthalten die Mineralstoffe Eisen, Magnesium, Calcium und Kalium und liefern das wertvolle Vitamin K sowie Folsäure, Biotin und Pantothensäure. Weil das in Erdbeeren enthaltene Kalium die Tätigkeit der Nieren anregt und so für die Entwässerung und Entschlackung des Körpers sorgt, empfehlen Ernährungsexperten die Früchte auch als süße Waffe gegen Gicht und Rheuma.

Schon lange, bevor Ende des 19. Jahrhunderts in

Deutschland die ersten

Gartenerdbeeren ge- züchtet wur-

den, kann-

te man

ihre „kleine Schwester“, die Walderdbeere. Längst hat sich die Gartenerdbeere weltweit etabliert, gibt es Tausende von Sorten. Und selbst im Winter muss heute niemand mehr auf Erdbeeren verzichten. Am besten aber – da sind sich Kenner einig – schmecken die deutschen. Warum? „Weil sie im Gegensatz zu Erdbeeren aus südlichen Ländern frei von Pflanzenschutzmitteln sind. Die sind bei uns nämlich schon seit Jahren verboten“, sagt Ekkehard Wedeking, Obstbauer aus Lüdersfeld bei Stadthagen, der auf dem Wochenmarkt Erdbeeren aus eigenem Anbau verkauft. Frisch von der Plantage. Die liegt allerdings unter Folie. „Freiland-Erdbeeren sind noch nicht soweit“, sagt Wedeking. Das Wetter ist schuld. Auf eineinhalb Hektar Fläche baut der Lüdersfelder Obstbauer seine Erdbeeren an – auf dem Damm, das heißt: Sie werden 30 bis 40 Zentimeter über dem Boden gepflanzt und profitieren dank der Überdachung von dem „Treibhaus-Effekt“, so Wedeking: „Der Boden erwärmt sich dadurch schneller.“ Vorn und hinten sind diese Folientunnel übrigens offen: „Damit die Bienen rein- und rausfliegen können“, sagt Wedeking. Ohne die käme es nämlich nicht zur Bestäubung der Blüten, gäbe es folglich auch keine Früchte. Mit einer Schlauchbewässerung sorgt der Obstbauer dafür, dass den Erdbeeren, je nach Bedarf, genügend Feuchtigkeit zugeführt wird.

Zwar bringen Felder unter Folie rund 20 bis 25 Prozent mehr Ertrag als Felder im Freien, aber die Investitionskosten sind hoch, erklärt Wedeking: „Rund 70 000 Euro kostet die Überdachung von nur einem Hektar.“ Nach Saisonende wird die Folie immer abgenommen, um sie vor Sturmschäden zu schützen. Der Aufwand, der betrieben wird, hat denn auch seinen Preis: Eine 500-Gramm-Schale der unter Folie gezogenen Erdbeeren kostet 4 Euro. Dafür kann man sich die pestizidfreien, süßen Früchte aber auch ungewaschen in den Mund stecken, verspricht Wedeking, der seine Erdbeeren am liebsten pur zu Naturjoghurt genießt.

Ein prickelndes Gespann bilden Erdbeeren mit Sekt: Die Früchte halbieren, in ein Bowle-Gefäß geben, mit Weißwein bedecken und ein paar Stunden ziehen lassen. Danach mit Sekt auffüllen.

Für einen Erdbeer-Cocktail die Früchte fein pürieren und die Masse durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen. Zwei Esslöffel von diesem Erdbeermus in ein Cocktailglas geben und mit Sekt auffüllen.

Wer Erdbeeren auf den Hamelner Freiland-Plantagen der Wedekings an der Breslauer Allee oder an der Wehrberger Warte selbst pflücken möchte, muss sich noch etwas gedulden. „Frühestens Pfingsten ist es soweit“, meint Ekkehard Wedeking. Grundsätzlich gilt für frische Erdbeeren: Schnell verzehren oder verarbeiten, denn die Früchte sind sehr druckempfindlich und daher leicht verderblich. Auch im Kühlschrank sollte man sie höchstens bis zum nächsten Tag aufheben.

Vom Hamelner Wochen- markt berichtet Karin Rohr

Botanisch gesehen sind die Früchte der Erdbeere eigentlich ihre kleinen gelben Kerne.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt