weather-image

Eine Stadt sucht einen Mörder

Bad Münder. Die Mordkommission arbeitet gegen die Zeit: Gestern durchsuchten die Ermittler im Fall des getöteten Familienvaters Uwe H. Mülltonnen und öffentliche Abfallbehälter im Innenstadtbereich. Andere gingen von Haus zu Haus und verteilten Handzettel an Anwohner und Passanten – die Mordkommission kann nicht ausschließen, dass der bislang unbekannte Täter Beweise beseitigt hat. Da heute die Kreisabfallwirtschaft in der Innenstadt den Restmüll abfährt, war Eile geboten.

270_008_6546769_lkbm101_2008_polizei_handzettel0067.jpg

„Wenn Tatmittel nach der Müllabfuhr erst im Hochofen der Müllverbrennung verbrannt sind, ist es zu spät“, erklärt Hauptkommissar Jörn Schedlitzki, der Sprecher der Polizei. Seine Kollegen wühlten daher in verschiedenen Mülltonnen. „Es besteht die Möglichkeit, dass der Gewalttäter nach der Tat Gegenstände, die ihn belasten könnten, in einen Müllsack gesteckt und diesen illegal in einer fremden Abfalltonne oder einem fremden Müllcontainer entsorgt hat“, sagt Schedlitzki. Auch Altkleidercontainer ließen sich die Beamten öffnen – wohl wissend, wie gering die Chancen auf einen Treffer sind. Jürgen Keller, Chef des Kriminalermittlungsdienstes in Bad Münder, krempelte mit seinen Kollegen die Ärmel hoch und nahm sich Container für Container vor, immer auf der Suche nach dem Detail, dem Beweismittel, dass die Mordkommission in ihrer Suche nach dem Mörder des 54-jährigen Uwe H. das entscheidende Stück weiterbringt.

Gleichzeitig startete die Mordkommission einen Aufruf und bat die Bewohner der Kernstadt um Mithilfe. Dabei stellen die Ermittler ganz konkrete Fragen:

Wer hat nach Dienstagabend, 13. August, 20 Uhr, einen illegal entsorgten Müllsack im eigenen Müllbehälter oder Müllcontainer aufgefunden?

Wem fiel ein „fremder“ Müllsack im eigenen Hausmüll oder an anderer Stelle auf?

Wer hat am Dienstagabend, 13. August, zwischen 20 und 22 Uhr in Bad Münder eine Person bemerkt, die mit einem Müllbeutel unterwegs war oder diesen in merkwürdiger Art und Weise entsorgt hat?

Die Anwohner der Kernstadt werden beten, noch vor dem Müllabfuhrtermin heute Vormittag ihre Mülltonnen auf fremde Gegenstände hin zu überprüfen. Hinweise nehmen die Mordkommission der Polizei Hameln ( 05151/933-222) oder die Polizei Bad Münder (05042/9331-0) entgegen.

Bereits gestern hat die Mordkommission auch die Vorkehrungen dafür getroffen, dass der heute in der Kernstadt gesammelte Hausmüll nicht sofort in die Müllverbrennungsanlage gekippt wird. Die Ermittler bereiten sich darauf vor, in 40 bis 50 Tonnen Restmüll nach Gegenständen zu suchen, die den Täter belasten. „Wir werden nicht zulassen, dass Tatmittel in einem Ofen der Verbrennungsanlage landen und dadurch für immer vernichtet werden“, sagt Schedlitzki.jhr



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt