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Eine permanente Gartenausstellung

Zu: „Ohne Euphorie geht nichts“, vom 6. Juni

Ist eine Landesgartenschau für Bad Pyrmont wirklich so erstrebenswert, wie einige Befürworter es hinstellen? Die Stadt Lügde hat sich frühzeitig von einer Beteiligung verabschiedet. Bad Pyrmont hat kein Geld, aber millionenschwere dringende Projekte, wie das Gymnasium, die Bad Freienwalder Brücke, das Verkehrsproblem vor dem Bahnhof usw. Hinzu kommt das Problem fehlender Gästebetten, das schon ausgiebig diskutiert wurde. Es ist aber auch noch nicht klar, wo eine Landesgartenschau stattfinden soll. Der Kurpark würde in seinem geschichtlichen und denkmalgeschützten Charakter zerstört, wenn sich moderne Gartenarchitekten dort verwirklichen. Das läuft dem Antrag auf Anerkennung als Weltkulturerbe zuwider. Der Hinweis auf das Gelände der Staatsbad-Gärtnerei von nur ca. 5000 Quadratmeter ist nicht durchdacht. Der Bergkurpark müsste eingezäunt und durch einen Parkplatz für mehrere Tausend Pkw und Busse ergänzt werden. Das gilt auch für den Fall, dass man an ein völlig neues Gelände denkt, das aber erst gefunden werden müsste und für andere Standorte. Wer nur an seinen Umsatz denkt, sieht das alles sicher nachrangig. Aber in den Folgejahren kommen die Kosten für Pflege und Instandhaltung. Dass eine Landesgartenschau soviel Gewinn erbringt, um die Folgekosten zu finanzieren, wird niemand garantieren. Zu den bisherigen ca. 250 000 Kurparkbesuchern jährlich müssten nämlich zusätzliche Besucher einer Landesgartenschau hinzukommen, wenn es nicht ein Nullsummenspiel werden soll. Und wenn die Landesgartenschau in einem verregneten Sommer stattfindet, geht die Rechnung sowieso nicht auf. Für Städte, die keine Parkanlagen haben, ist eine Landesgartenschau sicher interessant. Das Staatsbad Pyrmont hat aber mit 60 Hektar Parkflächen, die unter Denkmalschutz stehen, eine permanente Gartenausstellung. Wenn man Geld für Gartenanlagen ausgeben will, dann wäre es sinnvoll, den Kurpark und Bergkurpark, die in einigen Bereichen Pflegebedarf aufweisen, zu verbessern. Zum Beispiel müssten die Minispringbrunnen der Springbrunnenallee optimiert werden. Und es sollten wieder mehr Palmen im Palmengarten aufgestellt werden. Der Bergkurpark ist in letzter Zeit vernachlässigt worden. Um mehr Besucher zu bekommen, bedarf es einer nach-haltigen, intensiven, überregionalen Werbung. Eine Landesgartenschau im Kurpark würde den schönsten Park Deutschlands 2005 und Europas fünftschönsten Park 2006 nur abwerten.

Werner Lange, Bad Pyrmont




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