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Und ein Million Tonnen Güter bewegt: Einst herrschte Hochbetrieb auf dem Bahnhof

Eine Million Fahrgäste wurden hier gezählt

Obernkirchen (sig). Die Bergstadt mit eigener Bahnstation - das ist ein Stück über hundertjährige Geschichte. Schmerzhaft abgeschlossen und vorbei. Die Bahnhöfe längs der Strecke zwischen Rinteln und Stadthagen bekommen allmählich einen musealen Status, wenn da nicht ab und zu wenigstens die Weserbergland-Dampfeisenbahn unterwegs wäre. Die Vergangenheit wird noch einmal beim kommenden Pfingst-Bahntag lebendig. Einen Vorgeschmack lieferte ein Diavortrag in der "Roten Schule".

Lange ist es her: So viel Betrieb herrschte einst auf dem Bahnho

Wolfgang Rogl aus Seelze, der einst im Schaumburger Land gelebt hat und in Stadthagen zur Schule ging, zeigte zahlreiche Dias, die das Herz der zahlreich anwesenden Eisenbahnfreunde höher schlagen ließen. Das sah doch richtig nach Hochbetrieb aus, was sich da einst auf dem Bahnhof der Bergstadt abspielte. Zwei Triebwagen und zwei Güterzüge gleichzeitig - das kam den Zuschauern vor wie ein Stück Eisenbahnromantik. Aber das war früher auf dieser Nebenstrecke Realität. In den Bahnhöfen der Rinteln-Stadthagener Bahn und beim Zugpersonal wurden 180 Personen beschäftigt. Es gab ellenlange Fahrpläne. Wer das hört und an die heute weitgehend geschlossenen Gebäude denkt, verfällt in ungläubiges Staunen. Obernkirchen und Bad Eilsen waren die wichtigsten Bahnhöfe auf der Strecke. Wer aus dem Auetal kam, stieg in der Bergstadt zu. Hier kam noch der rege Güterverkehr über zwei Anschlussgleise der Glasfabrik hinzu. Die Firma Heye besaß sogar eine eigene Werkslok. Alle Kurgäste, die Bad Eilsen ansteuerten, benutzten entweder die Rinteln- Stadthagener Bahn oder das im fürstlichen Besitz befindliche "Eilser Minchen", das die Verbindung mit der Nachbarstadt Bückeburg herstellte. "In den besten Jahren wurdenüber eine Million Reisende gezählt und bis zu einer Million Tonnen Güter bewegt", berichtete Wolfgang Rogl. Er hat diese Entwicklung sehr genau verfolgt und auch Bücher darüber verfasst. Auch aus dem Steinbruch in Steinbergen wurde früher reichlich Schotter transportiert. Ende 1965 ist der regelmäßige Personenverkehr auf dieser Bahnlinie eingestellt worden, der seit dem Jahre 1900 bestanden hatte. Wolfgang Rogl erinnerte daran, dass hier auch Militärzüge erprobt wurden. Sie sollten Panzer transportieren. Die Eilser Kleinbahn wurde im Mai 1966 stillgelegt. Kuriosität: Vorher wurde gerade noch der Kurbahnhof eingeweiht. Von denüber 1000 historischen Dias, die der Bahnexperte besitzt, zeigte er auch noch einige, die daran erinnerten, dass es früher möglich war, mit der Bahn Rundfahrten zu unternehmen, die über Stadthagen und Rinteln weiterführten auf den Schienen der Extertalbahn durch die Stadt nach Barntrup und dann weiter über Hameln nach Kreiensen. Eine Renaissance jener Blütezeit können die Eisenbahnfreunde am Pfingstsonnabend beim Bahntag auf der Strecke Rinteln-Stadthagen erleben. Dann werden zwischen 11 und 17 Uhr auf dem Bahnhof der Bergstadt mehrere Diesellokomotiven, Triebwagen, ein Schienenbus sowie Draisinen mit Motor und mit Handbetrieb zu besichtigen sein. Zwischen der Bergstadt und Bad Eilsen gibt es einen stündlichen Pendelverkehr, bei Bedarf auch Verbindungen nach Rinteln und Stadthagen. In der ehemaligen Obernkirchener Bahnhofswirtschaft wird eine Ausstellung von Dokumenten und Bildern sowie Büchern und Modellen gezeigt. Da werden bei denälteren Besuchern sicherlich viele Erinnerungen wach.



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