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„Weiße Liste“ macht Kliniken vergleichbar – dazu werden Kassenpatienten befragt

Eine Liga für Krankenhäuser

Weserbergland. Wenn man ins Krankenhaus muss, steht in vielen Fällen vermutlich nicht zur Wahl, in welche Einrichtung man sich bringen lässt. Darüber entscheidet häufig, welches Haus gerade Kapazitäten frei hat oder auf eine bestimmte Behandlung spezialisiert ist. Dennoch hat es sich die Bertelsmann Stiftung mit ihrer „Weißen Liste“ zum Ziel gesetzt, Krankenhäuser vergleichbar zu machen. Dazu werden zum einen die eigenen Qualitätsberichte der Krankenhäuser ausgewertet, in denen die Anzahl der Betten und Operationen sowie Daten zur Qualifizierung der Ärzte sowie der Erfolg der Behandlungen eine Rolle spielen. Zum anderen werden Patienten befragt. Sie sollen die fachliche Kompetenz, die Beziehung zu Ärzten und Pflegepersonal, den Service, ebenfalls den Behandlungserfolg und die Bereitschaft bewerten, das Krankenhaus weiterzuempfehlen. In letzter Konsequenz steht hinter jedem Krankenhaus eine Prozentzahl, die aussagen soll, wie viele Patienten mit ihrem Aufenthalt in einer Klinik zufrieden waren.

In Niedersachsen wurden 145 von 191 Kliniken bewertet, das entspricht 76 Prozent. Den Spitzenwert bekommt eine Klinik in Stade mit 97 Prozent bei 93 befragten Patienten, die rote Laterne hat derzeit das Krankenhaus in Hannoversch Münden mit 66 Prozent bei 259 Befragten. Die Patientenzufriedenheit liegt in Niedersachsen im Durchschnitt bei 83 Prozent. Wie aber kommen diese Werte konkret zustande? Dafür sei zusammen mit Wissenschaftlern ein Fragebogen erstellt worden, den die Barmer GEK und die AOK an ihre Versicherten weitergeben. Damit sind jedoch nur gesetzlich versicherte Patienten abgedeckt, die derzeit bundesweit elf Prozent Privatpatienten würden beide Kassen nicht befragen, hieß es vonseiten der Bertelsmann Stiftung. Damit eine Vergleichbarkeit gegeben sei, müsse eine Mindestzahl an Bewertungen für ein Krankenhaus vorliegen, damit es in die Wertung eingeht. Bei Krankenhäusern liegt die Schwelle bei 75 beantworteten Fragebögen.

Ganz konkret werden Patienten zwischen zwei und acht Wochen nach ihrem Krankenhausaufenthalt angeschrieben und gebeten, den Fragebogen auszufüllen. Nicht unmittelbar danach oder sogar noch im Krankenhaus, damit die Patienten die Eindrücke verarbeiten könnten. Fünfmal pro Jahr fließen so Daten in das System, somit werde die Liste fortlaufend aktualisiert. Nach zwei Jahren fliege ein Datensatz aus der Liste, können Krankenhäuser sich verbessern – oder verschlechtern. Seit die „Weiße Liste“ geführt wird, hätten zirka eine Million Patienten die Fragebögen zurückgeschickt.



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