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KGS-Schüler betrachten Politikeraussagen bei Podiumsdiskussion kritisch – aber alle wollen wählen

„Eine Kommunikation wie im Kindergarten“

Salzhemmendorf (ist/mau). Jede Menge schräge Blicke gibt es auf der Bühne, hoch gezogene Augenbrauen oder heruntergezogene Mundwinkel, nicht nur einmal wird ein Vogel gezeigt und die Empfehlung gegeben, es mal mit dem Denken zu versuchen, wenn Lösungsmöglichkeiten knapp werden. Schüler der KGS Salzhemmendorf sind mittendrin bei einer Podiumsdiskussion, mitten im Wahlkampf.

„Zeitweise arrogante und schülerferne Antworten“

„Zeitweise haben wir die Kommunikation wie ein Kindergarten auf der Bühne empfunden“, sagen Caroline Müller, Lana-Maria Kreth und Anna Götte aus dem Politik- Leistungskurs.

Anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl hatte die „Aktionsgruppe junge politische Bildung“ zu einer Podiumsdiskussion mit kandidierenden Parteipolitikern aus der Region eingeladen. Ziel der vor nur wenigen Wochen gegründeten Aktionsgruppe sei die Förderung des Politikinteresses der jungen Generation vor Ort durch ein attraktives Veranstaltungsangebot auch im ländlichen Bereich, so Jonathan Sastedt. Die Aktionsgruppe besteht aus Mitgliedern ehemaliger Schüler, Schülern des aktuellen Leistungskurses Politik und einigen Lehrern der Schule. Ein Projekt, das gerne von der KGS Salzhemmendorf unterstützt wird, die das Forum der Schule für diese Veranstaltung zur Verfügung gestellt hat, ist von Politiklehrerin Christina Müller zu erfahren. Auf der Bühne stellen sich Gabriele Lösekrug-Möller (SPD), Hans Peter Thul (CDU), Konstantin Kuhle (Junge Liberale/FDP), Thomas Jürgens (Bündnis 90/Die Grünen) und Jutta Krellmann (Die Linke) den Fragen der Moderatoren Janis Heller und Sören Kirschstein vom Politikleistungskurs. Die Beiträge zu den Themenbereichen Bildung, Wirtschaftskrise und Internetzensur zeitlich gerecht zu bemessen und in sachlichem Miteinander statt gegeneinander zu steuern, fiel ihnen schwer. Aber insgesamt habe man schon – „trotz teilweise arroganter und schülerferner Schwammigkeit der Gesprächsbeiträge“ – die im Unterricht erarbeiteten Positionen der politischen Lager erkennen, Sympathien und Antipathien filtern können, fügen Swana Anders, Elisabeth Krüger, Sebastian Stein und Patrick Menzel (alle LK Politik) hinzu. Sachlichkeit und Sachverstand, rhetorische Brillanz statt inhaltlicher Tiefe, Persönlichkeit mit politischem Herzblut, plattes Entertainment – die ganze Palette der politischen Präsentation wurde geboten, insgesamt eine coole Sache, ist man sich bei der Nachbetrachtung im LK einig. Zur Wahl werden sie wohl alle gehen. Ihre Wahlentscheidung haben nach der Podiumsdiskussion nur zwei verändert.

Große Schülerbeteiligung trotz des Badewetters

Die schulische Teilnahmepflicht gab es an diesem Nachmittag übrigens nur für die Jahrgangsstufe 13. Die Jahrgänge 11 und 12 waren freiwillig gekommen. Insgesamt waren es gut 100 Zuhörer. An einem Nachmittag bei Badewetter mit strahlendem Sonnenschein und Hitzerekorden vor der Tür sei das schon eine bemerkenswerte Anzahl, so Politiklehrerin Christina Müller.

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