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Fenchel lässt sich nicht nur auf vielerlei Arten zubereiten, sondern eignet sich auch als Schönheitsmittel

Eine knackige Knolle, in der Heilkraft steckt

Fenchel? Igitt! Wer die seit Jahrhunderten geliebte Heilpflanze vehement ablehnt, hat vielleicht nur noch nicht die leckeren Seiten dieses gesunden Gemüses entdeckt. Viele kennen Fenchel aus Kindertagen, wenn die Mutter bei Bauchweh Fencheltee verabreichte, um den aufgewühlten Magen zu beruhigen. Geholfen hat’s zwar fast immer, bei dem einen oder anderen aber bis ins Erwachsenenalter für einen faden Nachgeschmack gesorgt. Dabei lässt sich mit der tollen Knolle noch sehr viel mehr anstellen als daraus Tee zuzubereiten.

Tolle Knollen: Knackfrischen Fenchel bietet Gerhard Bungenstock

Fenchel? Igitt! Wer die seit Jahrhunderten geliebte Heilpflanze vehement ablehnt, hat vielleicht nur noch nicht die leckeren Seiten dieses gesunden Gemüses entdeckt. Viele kennen Fenchel aus Kindertagen, wenn die Mutter bei Bauchweh Fencheltee verabreichte, um den aufgewühlten Magen zu beruhigen. Geholfen hat’s zwar fast immer, bei dem einen oder anderen aber bis ins Erwachsenenalter für einen faden Nachgeschmack gesorgt. Dabei lässt sich mit der tollen Knolle noch sehr viel mehr anstellen als daraus Tee zuzubereiten. Und selbst eingefleischte Fenchel-Gegner können zu echten Fans werden, wenn sie nur das richtige Rezept erwischen.

Das zur botanischen Familie der Doldenblütler zählende Gemüse wird auf der ganzen Welt als Gewürz- und Heilpflanze geschätzt und in Deutschland schon sehr lange angebaut. Fenchel ist eine alte, ursprünglich mediterrane Kulturpflanze, die es bei uns auch in Wildformen gibt. Sie gedeiht am besten an einem warmen Standort mit mäßig trockenem, nährstoff- und basenreichem Lehm- oder Lössboden. Typisch für das Gemüse ist sein Geruch und der leichte Anisgeschmack.

Fenchel wird in Indien nach fast jedem Essen in kleinen Mengen als Verdauungshilfe gegessen. Nicht nur dort, sondern auch in anderen Teilen der Welt ist er aus der Heilkunde nicht mehr wegzudenken, steckt in der Pflanze – egal, ob Knolle, Samen oder Wurzel – doch unglaublich viel Gutes, das sich positiv auf die Gesundheit auswirkt. Fenchel bindet Gift- und Fettstoffe im Darm und wirkt cholesterin- und blutfettspiegelsenkend. Die ätherischen Öle des Fenchelsamens wirken magenberuhigend und entzündungshemmend, helfen bei Husten und Blähungen und wirken stärkend auf das Immunsystem. Viel Vitamin A und doppelt so viel Vitamin C wie in Apfelsinen, dazu jede Menge Calcium, Eisen und Phosphor stecken in der gesunden Knolle, die mit nur 24 Kalorien pro 100 Gramm ein ausgesprochen schlankes Gemüse ist. Die fleischige Knolle eigent sich hervorragend als Gemüse, kann man sie doch sowohl als Rohkost wie auch gekocht oder gebraten essen.

Und schön, dass das würzige Gemüse fast das ganze Jahr über zu zivilen Preisen zu haben ist. In Deutschland reicht die Saison etwa von Juni bis Oktober, den Rest des Jahres kann man Fenchel aus südeuropäischer Ernte beziehen. Die zwei- bis mehrjährige Pflanze blüht von Juli bis September. Hauptsammelzeit ist Ende August, September und Oktober, wenn die Früchte reif sind. „Im Moment haben wir das Problem, dass er bei der Wärme zu schnell austreibt“, sagt Gerhard Bungenstock, der wie auch andere Beschicker Fenchel auf dem Wochenmarkt anbietet. Das Kilo knackiger deutscher Fenchel kostet bei ihm 2,95 Euro. Bungenstock selbst ist zwar kein so großer Fan von gekochtem Fenchel, liebt ihn aber als Rohkost in gemischtem Salat: „Die Knolle einfach nur klein schneiden und mit Gurken, Tomaten und Eissalat zubereiten.“ Dressing nach Wahl. Mit Rucola, der altdeutschen Rauke, würde Bungenstock das aromatische Gemüse allerdings nicht kombinieren: „Rucola hat einen viel zu intensiven Eigengeschmack. Da machen sich die beiden nur platt.“

Frische Fenchelknollen erkennt man daran, dass sie hart sind und weiß glänzen. Die äußeren Blätter sind vom dicken Blattstängel her grün geädert. Die zarten, fiederigen Blätter sollten leuchtend grün sein und nicht schlapp herunterhängen. Kleingeschnitten, kann man sie den Speisen beifügen. In Folie gewickelt, hält sich Fenchel im Kühlschrank vier bis fünf Tage.

Ganz lecker ist ein Sommer-Rezept, das sich superleicht zubereiten lässt und selbst Skeptikern munden dürfte: Fenchelknollen in Salzwasser mit etwas Zucker bissfest kochen. Die Knollen halbieren, das Grün fein hacken und in eine gefettete (oder mit Öl bestrichene) Auflaufform geben. Reichlich gehackten Knoblauch unterfügen und das Ganze mit geraspeltem Parmesankäse üppig bestreuen. Im Backofen garen, bis der Käse geschmolzen und sanft angebräunt ist. Dazu schmeckt frisches Baguette oder Ciabatta.

Übrigens kann man mit Fenchel nicht nur wunderbar kochen, sondern auch etwas für die Schönheit tun: In sprödes und trockenes Haar bringt eine Fenchelspülung neuen Glanz. Dazu eine Fenchelwurzel (keine Knolle!) vom Kräuterhändler oder aus der Apotheke zerkleinern, in einem Viertelliter Wasser aufkochen, 10 Minuten lang ziehen lassen und danach abseihen. Den abgekühlten Sud als Spülung für die Haare benutzen – das bringt Glanz ins Haar und kräftigt es.

Vom Hamelner Wochen- markt berichtet Karin Rohr

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