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Eine Jugend zwischen Springe und Eldagsen

SPRINGE/ELDAGSEN. Sechs Wochen Sommerferien: Für Daniel Knopp hieß das: Sechs Wochen lang im Freibad Eldagsen zu schwimmen. Der 38-Jährige hat bis zu seinem 20. Lebensjahr in Eldagsen gewohnt - und erinnert sich an seine Jugend

Daniel Knopp erinnert sich an seine Jugend in Eldagsen. FOTOS: MISCHER/HELMBRECHT
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Knopp besuchte die Eldagser Grundschule, macht Abi am Otto-Hahn-Gymnasium und studierte von 2000 bis 2006 in Hamburg. Danach lebte er zwei Jahre in Bennigsen, bis es ihn 2008 wieder in die Kernstadt zog. Seine Frau hat er in den Semesterferien seines Studiums kennengelernt. Sie kommt ebenfalls aus Springe und war für eine kurze Zeit zu Knopp nach Hamburg gezogen. „Es war unsere gemeinsame Entscheidung, wieder nach Springe zurückzugehen.“ Obwohl er in Lehrte arbeitet, hat sich der 38-Jährige bewusst dazu entschieden, täglich 100 Kilometer zu pendeln – er fühlt sich der Stadt verbunden und hat 2014 ein Haus in Springe gekauft.

Gerne erinnert sich Knopp an die großen Abi-Partys vom OHG in Springe. 1999 fand mit mehr als 1000 Besuchern eine der größten Feiern in der später abgebrannten Bison-Halle statt. „Die Feten waren riesig und grandios.“ Zu dieser Zeit wurden noch Flatrate-Partys gefeiert. Heißt: Für 16 Deutsche Mark konnte soviel getrunken werden, wie man wollte. 2007 wurden die Feuerb nach und nach seltener, nachdem in Berlin ein Schüler gestorben war. „Auch auf dem Schützenplatz gab es noch Abi-Feten und in der Tellkampfschule“, sagt Knopp. Für die Partys am Eldagser Sichter war er sogar aus Hamburg während seines Studiums in seine Heimat gefahren. Bis zur Geburt seiner Tochter ist er den Feiern dort treu geblieben. „Und im Eldagser Ratskeller haben wir mit Hildesheimer Landwirtschaftsschülern gefeiert.“

Bei seinem Abi-Ball 1999 in der OHG-Aula wartete auf die Feiernden ein im Nachhinein ganz besonderer Gast. Weil der vom Jahrgang gebuchte DJ krank wurde, schickte die Agentur eine Vertretung: Und die hieß Oliver Pocher. „Das war kurz bevor Hans Meiser im selben Jahr Oliver Pocher ins Fernsehen holte.“

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Auch wenn viele Mitschüler aus seinem Jahrgang mittlerweile weggezogen seien, erinnert er sich gerne an die gemeinsame Zeit im Gymnasium zurück. „Vielfach wurde gemunkelt, das OHG sei so schwer, dabei haben bei uns alle das Abitur geschafft.“ Als erster Jahrgang hätten sie, statt die Lehrer aufs Korn zu nehmen, alle Schüler in den Abi-Streich miteinbezogen. „Wir haben einen Krimi veranstaltet und Philipp King ist als Monster verkleidet durch die Klassenräume gelaufen.“ Die Schüler sollten den Mord an einem Mädchen aufklären und verschiedene Aufgaben lösen. „Von allen gab es ein großes Dankeschön und ein positives Feedback für unsere kreative Idee.“

Gefeiert hat er als Jugendlicher in der Bierbar. „Das günstigste Bier war damals das Flensburger Pilsener für 1,50 Mark. Da haben wir immer die Keramikspitze vom Bügelverschluss abgeschlagen.“ Später ging es für ihn ins Mensch Meier, das damals noch relativ neu war oder eben in die Disco „Jailhouse“, wo heute ein griechisches Restaurant ist. Als Knopp älter wurde, fuhr er auch mal nach Hannover. „Das war als Jugendlicher schon noch etwas besonderes, ich durfte zum Beispiel nie durch die Passerelle gehen, das war mir strikt verboten.“

Mit 16 Jahren hat er seinen Motorroller-Führerschein gemacht. „Mobil zu sein, war in Eldagsen immens wichtig, der Eldagser Bahnhof war ja quasi unerreichbar für uns. Und die Buslinie von Eldagsen nach Gestorf über Völksen hat Ewigkeiten gebraucht.“ Abends sei er dann mit Ruftaxen nach Hause gefahren. „Das Moped war ein Befreiungsschlag.“

Und als Eldagser hat er auch beim Freischießen nicht gefehlt. „Auch wenn ich jetzt als Vater abends nicht mehr im Zelt bin, sehen wir uns jetzt eben den Umzug an.“ Aktiv im Schützenverein war er nicht. Und trotzdem sei er stolz, was der kleine Ort alles auf die Beine stellt. Seinen ersten Kinofilm hat er ebenfalls in Eldagsen am Wöhlbach gesehen. „Taran und der Zauberkessel war das.“

Dafür fehlen ihm die vielen, kleinen Geschäfte, die es an der Langen Straße in Eldagsen gab. „Alleine während meiner Jugend wurden bestimmt 13 Geschäfte einfach geschlossen - dort, wo jetzt Wohnungen sind.“ In einem kleinen Edeka-Supermarkt konnte er Gemüse, Milch und Eier kaufen. Das Gewerbegebiet „Pfingstanger“ gab es damals noch nicht.


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