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Kunterbuntes Unterhaltungsprogramm für die 68 Abiturienten der HLA

Eine heiße Entlassung

Hameln. Ein schwitzender Direktor, ein singender Jahrgangsleiter, Tagesschau-Moderationen von zwei Abiturienten. Die Entlassungsfeier der Abiturienten der Handelslehranstalt hatte einiges zu bieten. Der musikalische Auftakt, der von Ralf Stege betreut wurde, haperte etwas am Anfang, zum Ende aber überzeugten die drei jungen Frauen mit ihren Stimmen. Bei einer solchen Veranstaltung kann das Lampenfieber gepaart mit der Hitze an diesem Feiertag schon mal die Überhand gewinnnen.

Autor:

von sara schweckendiek

Ein schwitzender Direktor? Ja, Bernd Strahler war es wohl ziemlich warm. Aber auch den anderen Rednern konnte man die hohen sommerlichen Temperaturen, die wir in Deutschland nun wirklich nicht gewohnt sind, gut ansehen.

Norbert Deide betonte, dass, egal wie lang der Weg zum Abitur auch gewesen sei, die Schüler es doch irgendwie hinbekommen hätten, selbst Tim Kümmerlander. Für den gab es bei der Zeugnisausgabe auch eine dicke Umarmung von Deide. Frank Wetzstein, Elternratsvorsitzender, machte mit dem Beispiel von Steve Jobs klar, dass alles, was man lernt oder aufgreift, irgendwann von Nutzen ist, und sei es ein Kalligrafie-Kurs. Denn durch diesen Kurs sei Steve Jobs dazu inspiriert worden, die vielen verschiedenen Schriftarten auch für den ersten Apple Mac-Computer als Softwareprogramm zu entwickeln.

Und dann kam er, der Jahrgangsleiter, das Highlight der Veranstaltung. Armin Schütte mutierte zu einem erstklassigen Entertainer, Sänger und sogar Moderator. Mit seiner witzigen Rede und geradezu „fabulösen“ Gesangseinlage entlockte er den Anwesenden viele Lacher und lockerte die Stimmung im Forum. „Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen, man sollte ihm nur Dinge zumuten, die er auch verdauen kann.“ Mit diesem Satz ging er auf eine Art Zeitreise und ließ alle Highlights Revue passieren. Die Klassenfahrt nach Prag in der elften Klasse, die eigentlich ja gar nicht stattfand, bei der aber dennoch alles „gaaaaanz gesittet“ ablief und auch kein Lehrer ins Wasser geworfen wurde.

V. li. Kerstin Sundmacher, Frederik Mönning und Hannah Essmann, wurden ausgezeichnet. pr

Aber am Ende des Jahres konnten nicht alle jubeln, für manche war die Schulform nichts. Die schrien dann: „Ich will kein Abi, holt mich hier raus!“ Schütte machte deutlich, dass man kein Abitur haben muss, nur um ein feiner Mensch zu sein. Und erklärte: „Dr. Sheldon Cooper aus Big Bang Theory formulierte es einst sehr treffend: Wir müssen Nahrung zu uns nehmen, Exkremente ausscheiden und Sauerstoff einatmen, um vorzeitiges Absterben der Zellen zu verhindern. Alles andere ist optional.“

Die zwölfte Klasse erschien den Schülern und Lehrer endlos. Um der Tretmühle zu entkommen, beteiligte sie sich an verschiedenen Projekten wie dem der Stolpersteine. Und dann wurde ein letztes Mal Vollgas gegeben. Die 13. Klasse war auch ein Jahr voller durchmachter Nächte, ob fürs Pauken oder mit Feiern. Nach seiner Rede ging Jahrgangsleiter Schütte mit erhobenem Kopf auf die Bühne und performte eine veränderte Version vom Schlager-Hit „Atemlos“ von Helene Fischer. Sein Publikum bebte regelrecht, es wurde ausgiebig gepfiffen und geklatscht. Einige Handykameras wurden gezückt. Danach wurde es aber wieder ernst: Die Zeugnisausgabe stand an. Einige stratzten erlöst und erfreut auf ihre Lehrer zu, endlich Abitur! Da gibt es die ein oder andere Umarmung. Die drei besten des Jahrgangs wurden mit Buchprämien beglückt. Frederik Mönning, Hannah Essmann und Kerstin Sundmacher haben alle einen Abiturnotendurchschnitt von 1,9 erreicht. Auch zwei Abiturienten kamen zu Wort. Vanessa Renziehausen-Philipps und Lukas Labiski durften die Feier mit ihren Reden beenden. Nachdem die technischen Schwierigkeiten behoben waren und der ersehnte Tagesschaugong erklungen war, ging es los. In den üblichen TV-Themen wie zum Beispiel Sport oder Wirtschaft bezogen sich die beiden „Moderatoren“ auf die letzten drei Jahre ihrer Schulzeit. Lukas Labinski erinnert an all die durchmachten Nächte, die geleerten Energiedrinks und war dankbar für Wikipedia und Co. Versteckt unter den Sitzplätzen der Gäste befanden sich Zettel mit Nummern, die 55 war die Superzahl. Der glückliche Gewinner bekam eine Packung Milkaherzen überreicht.

Sie haben es geschafft. Die glücklichen Abiturienten verließen den überhitzten Raum, während die Schulband den Nummer-1-Hit von Meghan Trainor – „All about that Bass“ – spielte. Mit dieser Melodie im Ohr war es Zeit, den Sektempfang zu zelebrieren. Auf die letzten drei Jahre und alles, was noch kommt. Viele gehen ins Ausland, einige fangen eine Ausbildung an und manche Mutige stürzen sich direkt ins Studium. Aber jetzt werden erst mal die Ferien ausgenutzt und kein Gedanke an die Zukunft verschwendet.

Foto und Namen aller Abiturienten am 22. Juli in der Dewezet.




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