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Sandra Kreisler und Roger Stein im Gasthaus Hahn

Eine gewaltige Wortfront kommt im Doppelpack

Ottenstein. Wortfront – das sind Sandra Kreisler, Tochter des Wiener Zynikers Georg Kreisler, und Roger Stein, gebürtiger Schweizer und „gelernter“ Wiener. Preisgekrönt sind sie schon lange, und ihre Musik wurde als „Mischung von Mozart, Fanta Vier und Adam Green“ (NDR), als „Betörender Mix aus Kammermusik und Elektropop, Wienerlied und HipHop, Sprachwitz und Philosophie“ (WDR) gelobt und gefeiert. Klingt so, als sollte man sich das mal anhören: Gelegenheit dazu gibt es am Donnerstag, 23. Januar ab 20 Uhr im Gasthaus Hahn in Ottenstein. Dann tritt die Wortfront auf – und beweist, dass sie eben auch nur mit ihren Stimmen begeistern kann.

Denn Sandra Kreisler und Roger Stein sind auch noch Meister der Reduktion. Unplugged – musikalisch also fast nackt – zeigen sie im Duo, dass ihre Songs auch ohne Bandklänge alle Versprechungen halten. So befreit sind die beiden Musiker noch näher am Publikum dran, ihre Texte stehen klarer für sich, das vorsichtige Liebäugeln mit dem literarischen Cabaret-Chanson wird hier zu einer erfüllten Beziehung. Die Lieder erzählen davon, dass es heute so etwas wie „Zu Hause“ nicht mehr geben kann und Heimat ein fremdartiges Gefühl ist: „Ich bin hier zwar zu Hause und bleib doch nur ein Tourist“, sie beleuchten kritisch die „Bio--aber-iPhone Mentalität“ in ihrem wohl beliebtesten Song „Ich bin ein postmodernes Arschloch“ und kritisieren die vermeintliche Freigeistigkeit der „Pensionierten Punks“.

Aber warum eigentlich Wortfront? Sie selbst empfinden sich als kämpferisch vielleicht, „an vorderster Front der Sprache“ – das ist durchaus ein Anspruch, den sie an sich stellen. Und sie ordnen sich der Popmusik zu. Wer ihnen dann entgegnet, meist sind es Journalisten, dass ihre Musik gar kein Pop sei, dem entgegen sie meist, dass die Journalisten das über David Bowie, Rosenstolz, ja sogar über Janis Joplin oder Herbert Grönemeyer auch gesagt hätten, als die noch ganz neu waren. Heute sind die Genannten im Popbereich zuhause. Und Wortfront eben auch.




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