×
11 000 erleben Mega-Show von Pink in der restlos ausverkauften TUI Arena

Eine Frau versetzt ihre Fangemeinde in ein Wechselbad der Gefühle

Gigantisch, atemberaubend, sexy – 11 000 Fans mit Schnappatmung, als Pink an Bungee-Seilen aus dem Bühnenboden in die Höhe schießt und von drei muskulösen Männern aufgefangen wird. „Raise Your Glass“ heißt ihr Opener – gar nicht so einfach, mit Alecia Beth Moore, so heißt Pink mit bürgerlichem Namen, in schwindelerregender Höhe anzustoßen. Gleich zu Beginn fährt das 33-jährige blonde Energiebündel eine Show auf höchstem internationalen Niveau – präsentiert sich als Verwandlungskünstlerin der Popmusik. Mal präsentiert sie sich in engem schwarzen Tuch, mal im Frack, mal in langem weißen Kleid, mal in hautengem goldenen Glitzerdress – auf Schuhe verzichtet sie dabei vollständig.

Der Kleiderschrank des Superstars ist an diesem Abend prall gefüllt – Pink agiert wie ein Chamäleon, das im Auge des Zuschauers ständig neu entdeckt wird. Schon seit geraumer Zeit performt die Künstlerin auf Augenhöhe mit Superstars wie Madonna oder Robbie Williams – bloß, dass bei ihr alles noch spektakulärer und durchgestylter wirkt.

„Es wird schwer, meine letzte Tour zu toppen – aber ich stelle mich der Herausforderung“, erklärte Pink vor Kurzem in einem Interview. Nach dem Motto „Mission successful“ lässt die Künstlerin keine Zweifel aufkommen, dass sie ihr „kleines Problem“ glänzend gelöst hat. Fast zwei Stunden versetzt die dreifache Grammy-Gewinnerin das Publikum in ein Wechselbad der Gefühle – räkelt sich verführerisch auf dem Catwalk, schlägt Salti, macht Spagat, singt unter der Hallendecke, flirtet mit ihren Musikern und den Fans und lässt dabei keine Sekunde Langeweile aufkommen.

„The Truth About Love“ heißt ihre Tour – und die hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich. So fährt die Pop-Ikone bei „Try“ mal kurz ihre Krallen aus, liefert sich mit ihrem schwarzen Tänzer ein „Body-Struggle“ nach Maß. Beim gefühlsbetonten Chris Isaak-Cover „Wicked Games“ hingegen schnurrt das toughe Girl aus Pennsylvania wie eine kleine Katze, die nach liebevollen Streicheleinheiten schmachtet.

2 Bilder

Als eine der Konzertperlen des Abends kann man sicher den Song „Just Give Me A Reason“ zählen, den Pink zusammen mit dem per Video zugeschalteten Nate Ruess singt. Es handelt sich dabei nach „Blow Me (One Last Kiss)“ und „Try“ um die dritte Singleauskopplung ihres aktuellen Albums.

Mit dem langen Instrumental-Song „Chaos And Piss“ wird der Acoustic-Part eingeläutet. Ach, wie herrlich ist es doch, dieser Frau einfach nur zu lauschen. „The Great Escape“ heißt das Stück, das sie am Piano sitzend mehr oder weniger zweimal vergeigt. Mit einem lautstarken „Shit“ macht sie deutlich, was sie von ihren kleinen Patzern hält. Weiter geht es unplugged mit „Who Knew“, einem Song, den die durchtrainierte Olympionike nur mit ihrem Gitarristen Justin Derrico performt.

„Zusammen mit zwei Background-Sängerinnen und ihrem Gitarristen singt Pink „Fuckin‘ Perfect“ – es regnet Plüschtiere, Blumen und Süßigkeiten – alles wird von ihr eingesammelt und hinter die Bühne geschleppt. Zwischendurch schüttelt sie immer wieder die Hände ihrer Fangemeinde, schreibt Autogramme – faszinierend, was diese Frau in ihrer 100-minütigen Mega-Show ihrem Publikum gibt.

Mit „Slut Like You“ und „Blow Me (One Last Kiss)“ singt sich die Power-Lady“ zum Finale. Der Jubel wird ohrenbetäubend, als sie alle Mitwirkenden namentlich vorstellt – eine nette Geste, die leider nicht jeder Künstler für seine Begleitmannschaft übrig hat.

Der „Master Of Ceremonies“, der an diesem Abend auch den Startschuss für Pinks Show gab, betritt die Bühne und lässt das Publikum noch einmal tief durchatmen, bevor die durchtrainierte Mutter einer einjährigen Tochter noch einmal an die Grenzen ihrer körperlichen Belastbarkeit geht. Bei der Zugabe „So What“ schwebt „Spider-Woman“ über die Köpfe der Fans, dreht Salti und Pirouetten, gönnt sich ab und an eine Verschnaufpause auf in der Halle verteilten Podesten, bevor sie endgültig unter lautem Jubel den Weg in ihre Garderobe antritt.

Ohne Zweifel hat Hannover bis dato eine der besten Hallen-Shows erlebt – die noch zu toppen, wäre für Pink fast übermenschlich.

ñ Pink im sexy schwarzen Bühnen-Outfit und standesgemäßen pinken Lippen.

ï Mit „Raise Your Glass“ eröffnete Pink ihre 100-minütige Mega-Show.

Das 33-jährige blonde Energiebündel bei „Just Like A Pill“. ñ




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt