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Eine Exkursion durch die „Mertensaue“ in Hachmühlen

HACHMÜHLEN. Eine 5000 Quadratmeter große Idylle haben Hans Niemeyer und seine Frau Renate Haase auf einem Gelände in direkter Nachbarschaft zur Hamel geschaffen. Diese nach ihren Eltern benannte „Mertensaue“ hatten sie jetzt für Besucher geöffnet.

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Autor:

Gerhard Honig

Der pensionierte Forstbeamte freute sich, den Interessierten die Arbeit der vergangenen Monate zu erläutern.

Auf der Tafel am Eingang des Geländes ist die Zielsetzung schon für jedermann sichtbar, der sich dem Projekt über die Hamelbrücke nähert: „Hier entsteht ein Lebens- und Schutzraum für heimische Wildtiere und Wildpflanzen….“. Und dieses Ziel haben Niemeyer und Haase als Eigentümer mit Beginn 2012, nach beharrlicher und gleichzeitig geduldiger Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde und nicht zuletzt unter Einsatz erheblicher Eigenmittel, geschafft. Die Bingo-Umweltstiftung beteiligte sich nach einem umfangreichen Antragswerk, den Niemeyers Tochter Ariane mitverfasst hat, mit 5700 Euro.

Zu den Maßnahmen, die zum Großteil bereits umgesetzt wurden, gehören die Offenhaltung von Stillgewässern, eine Streuobstwiese mit Totholzhaufen, Büsche und Bäume zum Vogelschutz, eine Wildblumenwiese, Nistgehölze für Vögel, Lesesteinhaufen sowie die Förderung von Bienenständen. Und all dies konnten die Besucher jetzt hautnah erleben, und Niemeyer war ganz in seinem Element, glänzte mit seinem botanischen Wissen, erklärte Zusammenhänge launig und allgemein verständlich. Er lobte besonders auch die gute und am Ende fruchtbare Zusammenarbeit mit der Jägerschaft Hameln-Pyrmont, die als anerkannter Naturschutzverband das Antragsverfahren mit der Umweltstiftung übernommen hatte.

Beim einleitenden Kaffee hatte Niemeyer denn auch den Geschäftsführer der Jägerschaft, Helge Stummeyer, besonders willkommen geheißen. Ebenfalls herzlich begrüßte er seine „osthamelschen“ Nachbarn, die stets unter dem überalterten Baumbestand hätten leiden müssen. Jetzt, nachdem außer den Pappeln am Hamelufer weitere 140 Bäume an den Teichen gefallen und durch neue Korbweiden ersetzt worden seien, „können wir Nachbarn aber aufatmen“, wie es Nunzio Lucarelli lachend ausdrückte.

Auf der Streuobstwiese habe eine Baumschule im November zwölf Apfel-, zwei Birnen-, zwei Kirsch- und drei Pflaumensorten, unter anderem die „Mirabelle von Nancy“, gepflanzt, erläuterte Niemeyer diesen Teil der Naturschutzmaßnahme. Hinzu kamen ein Walnussbaum sowie zwei Sommerlinden als Bienenweide. Die Teiche seien entschlammt worden, ein riesiger Totholzhaufen biete Schutz und Lebensraum für die gesamte Nahrungskette vom kleinsten Insekt bis zum Dachs. Die Moderlieschen, eine Kleinfischart, böte dem Eisvogel eine ideale Lebensgrundlage. Die jetzt weißblühende Mädesüß sei eine der Leitpflanzen der Hochstaudenflur. Verschiedene Libellenarten, darunter die seltenen und „märchenhaft schönen Blauflügel Prachtlibellen“, brachten den Forstmann richtig ins Schwärmen. Auch das Imkern wolle er noch lernen, erzählte er beim Halt am Bienenstand, bevor das Gelände wieder den Raupen, dem Graureiher und den Libellen überlassen wurde.

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