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Gestern Vormittag Großbrand in der Bad Eilsener Bahnhofstraße / Qualm- und Hitzeentwicklung erschweren Löscharbeiten

Eine dreiköpfige Familie über die Drehleiter gerettet

Bad Eilsen (kk). Über die Drehleiter wurde gestern Mittag eine dreiköpfige Familie aus dem Dachgeschoss eines Wohn- und Geschäftshauses an der Bad Eilsener Bahnhofstraße gerettet und vorsorglich zur Beobachtung ins Rintelner Krankenhaus eingeliefert. In der mittleren Etage des Gebäudes war aus bisher ungeklärter Ursache Feuer ausgebrochen. Starke Qualmentwicklung erschwerte die Arbeiten der Rettungskräfte, die mit einem Großaufgebot angerückt wa ren.

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Gegen 11.20 Uhr wurde in der Samtgemeinde Sirenenalarm ausgelöst. Die Hausbewohner hatten die Feuerwehr alarmiert, nachdem sie Brandgeruch festgestellt hatten. Ein Fluchtversuch aus ihrer Dachgeschosswohnung scheiterte - das Treppenhaus war schon völlig verqualmt. Geistesgegenwärtig flüchtete die Familie auf den Balkon und wartete dort das Eintreffen derWehr ab. Genau die richtige Entscheidung. Bad Eilsens Ortsbrandmeister Andreas Mohr war mit als erster an der Einsatzstelle. Er forderte sofort weitere Kräfte nach. Mohr: "Eine kritische Situation!" Wenn in dieser frühen Phase eine Scheibe geplatzt wäre und so mehr Sauerstoff an den Brandherd gelangt wäre, wären die Folgen möglicherweise noch verheerender gewesen. Im Einsatz waren alle Feuerwehren der Samtgemeinde, die Drehleiter und die Wärmebildkamera aus Bückeburg, mehrere Rettungs- und Notarztwagen. Vorsorglich war die Rintelner Feuerwehr voralarmiert worden, auf ihren Einsatz konnte jedoch verzichtet werden. Besonders gefordert waren die Atemschutzgeräteträger: Mehrere Trupps erkundeten das Haus, in dessen Anbau sich der Eilsener Edeka-Markt befindet. Das Gebäude wurde nach weiteren Personen durchsucht, glücklicherweise stellte sich aber heraus, dass andere Bewohner nicht zuhause gewesen waren. Wegen der starken Hitze- und Qualmentwicklung war es zunächst schwierig, den Brandherd genau zu lokalisieren. Er befand sich in einer Etage, die vom Supermarkt mit genutzt wird und die nicht bewohnt ist. Schließlich wurde das Feuer in einem Abstellraum mit Kartons voller Papier und Akten geortet. Der hatte nur ein kleines Fenster - Problem- und Glücksfall zugleich. Auf der einen Seite war es schwierig, die glimmenden Papierberge abzulöschen und herauszubefördern, auf der anderen hielt die Scheibe, die Flammen konnten sich nicht durch Luftzug angefacht auf andere Bereiche des Hauses ausdehnen. Die Bewohner des Dachgeschosses wurden schließlich über die Drehleiter aus einem Seitenfenster evakuiert. Dies erschien sicherer als der Abstieg über Steckleitern vom Balkon, zumal für Vater, Mutter und Sohn nach Eintreffen der Feuerwehr zumindest keine akute Gefahr mehr bestand. Die Papierberge wurden abgelöscht, Decken und Wände mit der Wärmebildkamera auf versteckte Brandnester untersucht, das Gebäude belüftet. Der Schaden am Haus, in den Wohnungen und im angrenzenden Supermarkt ist durch Rauch- und Wassereinwirkung erheblich. Die Brandermittler der Polizei haben die Suche nach der Ursache des Feuers aufgenommen, gestern gab es bei Redaktionsschluss noch keine konkreten Hinweise. Ortsbrandmeister Andreas Mohr: "Wir können uns die Brandursache nicht erklären." Es handelte sich bereits um den zweiten Großeinsatz für die Eilsener Feuerwehren innerhalb von 48 Stunden: Am Freitagabend musste auf der Bundesstraße 83 wie berichtet Gefahrgut von einem havarierten Lkw geborgen werden.



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