×
Baumpfleger Ulrich Grupe erläutert den korrekten Schnitt / WiB holt Experten ins Buchholzer Dorfgemeinschaftshaus

Eine Buche produziert Sauerstoff für zehn Menschen

Buchholz (sig). Dass nicht nur Büsche sondern auch Bäume gelegentlich beschnitten werden müssen, ist sicherlich nichts Neues. Gründe dafür gibt es genug. Zum Beispiel das Hineinragen von Ästen in eine Straße oder die bestehende Bruchgefahr bei abgestorbenen Teilen im Kronenbereich. Was beim Schneiden oder Sägen zu beachten ist und wie ein Baum auf Verwundungen reagiert, darüber hat Ulrich Grupe von der "Baumpflege Auetal" kürzlich in einer Veranstaltung der Wählergemeinschaft in Buchholz (WiB) informiert.

Der Experte aus dem Auetal gab den Zuhörern im Dorfgemeinschaftshaus eine Vielzahl wichtiger Hinweise, unterstützt von Lichtbildern und mitgebrachten Holzstücken. Mit ein paar Daten zum Anfang machte er die grundsätzliche Bedeutung des Baumes für die Umwelt deutlich. Eine ausgewachsene Buche zum Beispiel kann an einem Tag 18 Kilogramm Kohlendioxyd verarbeiten und 13 Kilogramm Sauerstoff produzieren. Das deckt den Sauerstoffbedarf von zehn Menschen. Ein weiterer wichtiger Faktor: Bäume verbessern das Klima, indem sie die Luftfeuchtigkeit erhöhen und vor allem an heißen Tagen die Temperaturen herabsetzen und Schatten spenden. Experten schätzen den durchschnittlichen Wert eines in der Stadt stehenden großen Baumes auf 3000 Euro. Bei einer mittleren Stadt kommt man auf diese Weise leicht auf einen Gesamtwert von 90 Millionen Euro. Aufschlussreich waren auch die Hinweise auf die Funktion der verschiedenen Schichten eines Baumes, in dem die Saftströme in zwei Gegenrichtungen laufen. Die Krone versorgt die Wurzeln, und die wiederum liefern der Krone die notwendigen Nährstoffe. Das geschieht durch eine sehr dünne Schicht im Stamm. Im Kernholz selber finden nur noch einige chemische Prozesse statt. Von grundsätzlicher Bedeutung war der Tipp Grupes, dass in aller Regel der Sommer der richtige Zeitpunkt zum Schneiden ist. Während der Vegetationszeit reagieren die Bäume am schnellsten auf irgendwelche erlittenen Verletzungen, indem sie ihre für die Versorgung zuständigen Leitbahnen schließen. Im Winter benötigen sie dafür insgesamt 30 bis 50 Tage. Ulrich Grupe schilderte einprägsam, wie man Bäume richtig beschneidet, damit möglichst keine größeren Schäden eintreten - zum Beispiel durch Fäulnis oder Pilze. Beim Entfernen vonÄsten sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Schnittstelle möglichst nicht über zehn Zentimeter groß ist. In jedem Fall aber müssen abgestorbene und zum Beispiel durch Windbruch geschädigte Äste schnellstens entfernt werden. Instabile Äste sollten eingekürzt oder gänzlich beseitigt werden. Der sehr informative Vortrag des Auetalers machte deutlich, dass die richtige Baumpflege schon ein umfassendes Wissen voraussetzt. Wer als Laie etwa den Großteil einer Krone durch Kappen oder Verstümmeln entfernt, entzieht dem betroffenen Baum einen Großteil seiner Nahrungsgrundlage und erhöht damit die Bruchgefahr. Dabei wollte er genau das mit seinem "Pflegeschnitt" sicherlich nicht bewirken.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt