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Wilhelm Busch: Info-Galerie zeigt eine Bilderausstellung des Wiedensahlers / Wissensdurst führt zur Vielseitigkeit

Ein weltberühmter Künstler mit vielen Begabungen

Obernkirchen (sig). Talente besaß Wilhelm Busch reichlich. Dass er ursprünglich Maschinenbauer werden wollte (oder sollte), entsprach aber doch nicht ganz seinen Vorstellungen. Sonst hätte er das Studium an der Polytechnischen Schule (heute Universität) in Hannover wohl nicht abgebrochen. Da lagen ihm die "Schönen Künste" schon deutlich näher. Eine Ausstellung, die am Sonnabend in der Info-Galerie eröffnet wurde, zeigt nachdrücklich, dass er nicht nur mit wenigen Federstrichen seine Lausbuben Max und Moritz karikieren konnte, sondern auch viele andere Figuren seines Lebensraumes.

Wiedensahl, wie es Busch einst sah. Repros: sig

Deutlich mehr anfangen konnte Busch mit dem Studium der Malerei an der Düsseldorfer Kunstakademie und danach an der Königlichen Akademie in Antwerpen. Den Schlusspunkt dieser Ausbildung setzte er in München, wo er auch Mitglied im Verein junger Künstler wurde. Nicht von ungefähr kam das Interesse des Wiedensahlers an Sagen, Volksmärchen und Liedern. Er befasste sich außerdem mit der Heraldik, mit Theaterstoffen und mit der Bienenkunde. Sein breit gefächerter Wissensdurst kam ihm bei seiner weiteren Arbeit durchaus zustatten. Mit ganz wenigen Strichen schaffte es Wilhelm Busch, seinen Figuren Leben einzuhauchen und ihnen einen signifikanten Ausdruck zu verleihen. Bei der jetzt in der Bergstadt eröffneten Bilderausstellung geht es aber nicht um Vorlagen für seine weltweit bekannt gewordenen Geschichten und illustrierten Glossen. Die Mappe, die Liselotte Dehler-Schmahl vor zwei Jahren in die Hände fiel, enthält unter anderem die Faksimiles von Zeichnungen mit Kindern und älteren Menschen, die Busch im Alltag aufgefallen waren. Sie mussten keineswegs besonders originell sein oder irgendwelche auffälligen Merkmale besitzen. Busch verfolgte auch keine besonderen Kriterien bei der Auswahl, sondern befasste sich mit Menschen "wie du und ich". In der Mappe, die einst von der Wilhelm-Busch-Gesellschaft herausgegeben worden war, befanden sich auch Zeichnungen der Wiedensahler Bocksmühle, von einer Leutestube und vom Wohnzimmer des Zeichners und Humoristen. Henner Trappe hatte sich die Mühe gemacht, die Motive zu rahmen und gut im Raum zu positionieren. Natürlich darf dabei ein Porträt des Künstlers nicht fehlen. Trappe schaffte es sogar, eine Zeichnung im Stil von Wilhelm Busch zu betexten, die zeigt, wie ein Junge von seiner Mutter eine Brezel erhält. Bäckermeister Achter ließ sich deshalb nicht lumpen und spendierte für die Teilnehmer der Vernissage zwei Körbe frischgebackener Brezel. Auf einer Glasvitrine lag dazu eine Auswahl von kleinen Bild- und Textbänden, in denen sich Busch mit vielen Alltäglichkeiten des Lebens befasst. Aus der Vielzahl der von dem Wiedensahler verfassten Lektüre las Olaf Schrage im Anschluss an die Begrüßung von Liselotte Dehler-Schmahl eine Auswahl von Gedichten und Prosatexten, die vornehmlich im Manesse-Verlag erschienen sind. Dazu gehört "Eduards Traum", die Erzählung von einem Menschen, der sich zu als denkender Punkt durch die Welt begibt. Über sich selbst verrät Busch einiges unter dem Stichwort "Von mir über mich" aus dem Buch "Kritik des Herzens". Olaf Schrage beendete seine beeindruckende Mitwirkung an der Vernissagemit dem "Abschied", einem Text, den der Wiedensahler 1907 in Sichtweite des Todes bei seiner Schwester in Mechtshausen verfasste.

Selbstportrait des Künstlers als junger Mann.
  • Selbstportrait des Künstlers als junger Mann.


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