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800 Fans feiern Stefan Gwildis im Capitol – „Hallo, brothers and sisters“

Ein waschechter Hanseat, der die Lizenz zum Soulen hat

Ohne Zweifel, Stefan Gwildis hat eine Marktlücke im deutschen Musikmarkt für sich entdeckt. Zusammen mit seinem langjährigen musikalischen Weggefährten Micky Reincke überarbeitete er Pop/Soul-Perlen wie „You Can Leave Your Hat On“ oder „Dancing In The Street“ und ließ sie in deutscher Sprache auf das Publikum einfließen.

Während auf seinen ersten Alben überwiegend gecoverte Soul-Klassiker zu hören waren, stehen auf seinem aktuellen Album „Frei händig“ eigene Werke im Mittelpunkt. Dennoch bleibt Gwildis seinem Retro-Soul weiterhin treu, schwelgt in musikalischen Erinnerungen der 60er- und 70er-Jahre.

Bei seinen beiden letzten Hannover-Konzerten war das Capitol restlos ausverkauft – an diesem Abend pilgerten gerade einmal die Hälfte seiner Fans zum Gig des gebürtigen Hamburgers. Vielleicht gut so, denn sonst hätte der Soulman nicht mit seiner ganzen Mannschaft durch den Konzertsaal marschieren können – „Sowas kanns nich lernen“, so etwas kommt spontan.

Los ging’s im wahrsten Sinne des Wortes mit „Wer los lässt, hat die Hände frei“, denn die erste Fan-Reihe wurde zunächst per Handschlag begrüßt – ein Soul-Gentleman weiß eben, was sich gehört. Gwildis versteht es grandios, den Spaß, den er selber auf der Bühne hat, ins Publikum zu transportieren. Das klappt insbesondere bei „Spiel das Lied in Dir“, beweisen sich die Fans bei diesem Stück doch äußerst textsicher. „Mach die Musik so laut du kannst, mach alle Knöpfe auf und tanz“ – sieben Minuten singt Gwildis diesen Song mit dem Publikum.

Bei dem Song „Spiel das Lied in Dir“, verstärkte Stefan Gwildis die Tuba mit einem Mikrofon

Immer wieder sucht der Motown-Fan den Kontakt zu seinen Anhängern, nutzt dabei die kleine „Showtreppe“ vor der Bühne, die ihn ganz nah zu seinen Fans bringt. Im Smoking mit weißem Hemd bringt der ehemalige Gelegenheitsarbeiter einen Hauch von Las Vegas ins Capitol. Doch Gwildis hat vor seinem Erfolg auch die Schattenseiten des Lebens kennengelernt, denn es gab Zeiten, da hat er vom Geld für Leergut gelebt.

Die Songs haben allesamt Ohrwurm-Potenzial – viele der Lieder werden von den Konzertbesuchern lautstark mitgesungen – „Der Grandseigneur des deutschen Souls“ betätigt sich dabei gerne als charmanter Dompteur.

Beim Intro des Songs „Sie lässt mich nicht mehr los“ präsentiert sich Gwildis als perfekter Beat-Boxer, indem er die Tuba mit dem Mund imitiert – genial. „Vielen Dank, liebe Brüder und Schwestern“, bedankt sich Stefan Gwildis brav nach jedem Beifall – das kommt gut beim Publikum an, so etwas verbindet.

Der Hanseat soult sich zum Showdown, lässt mit „Gestern war gestern“ (Walking In Memphis) und „Lass mal ruhig den Hut auf“ (You Can Leave Your Hat On) endlich seine Soul-Klassiker aus dem Sack – so kennt man Gwildis, mit diesen Interpretationen steht er zurzeit in Deutschland allein auf weiter Flur.

Starkes Konzert, tolle Band, ein euphorisches Publikum – Stefan Gwildis hat wieder einmal mehr seine Fans zufrieden auf den Heimweg geschickt.




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