×
NDZ-Interview mit Matthias Reim / Live am 23. April im Capitol

„Ein ,verdammt‘ schönes Gefühl, wieder ganz oben angekommen zu sein“

„Es ist ein Geschenk des Himmels, dass ich nach 23 Jahren wieder die Nr. 1 in den deutschen Charts bin“, erklärte uns ein glücklicher Matthias Reim zu Beginn des Interviews.

Nach den Platin-Erfolgen der ersten beiden Alben „Reim“ und „Reim2“ wurde es um den gebürtigen Korbacher zunächst etwas ruhiger. Mit dem Gold-Album „Reim“ (2003) setzte der Multiworker seine Erfolgsserie fort, denn darauffolgende Longplayer wie „Unverwundbar“ und „Sieben Leben“ erreichten ebenfalls Gold – und Platinstatus. Dass viele seinen neuerlichen Erfolg einem Comeback gleichsetzen, kann der Sänger nur teilweise nachvollziehen.

Matthias: Leider waren die Menschen in den letzten Jahren mehr an meiner Pleite, als an meiner Musik interessiert. Es war eher ein leiser Erfolg, der mir in dieser Zeit zuteil wurde – das dokumentieren ja auch meine Chart-Platzierungen. Als kleines Comeback kann man es aber trotzdem bezeichnen, denn in diesen Chart-Höhen habe ich mich das letzte Mal vor Jahrzehnten bewegt. Zudem habe ich jetzt eine viel festere Basis als früher – mein Fundment war damals der Mega-Hit „Verdammt ich lieb‘ dich“ – heute kann ich, bedingt durch harte, konstante Arbeit in den letzten Jahren, auf einer soliden Ausgangsebene aufbauen.

Nach dem Motto „Never Change The Winning Team“ konnte Matthias Reim auch bei seinem aktuellen Album erneut auf eine Vielzahl hoch dekorierter Produzenten und Studiomusiker zurückgreifen.

Matthias: Das ist immer eine Herzenssache, mit wem ich letztendlich bei einer Produktion zusammenarbeite. Inzwischen weiß ich auch, wer was super macht – das ist wichtig, denn ich möchte meinen Fans das Nonplusultra von mir präsentieren. So konnte ich neben Thorsten Brötzmann, war auch als Produzent und Arrangeur bei „Sieben Leben“ (2010) mit mir federführend, noch Luis Rodriguez (Modern Talking, Blue System) als zusätzlichen Produzenten gewinnen. Jeder ist auf seine Weise genial – so ist das Album auch facettenreicher geworden.

Dass auch sein Sohn Julian als Musiker und Komponist auf dem Album vertreten ist, macht den Chartstürmer ein wenig stolz.

Matthias: Julian ist ein richtig guter Gitarrist geworden, außerdem fängt er jetzt an Songs zu schreiben – und die sind nicht von ohne. Er hat in mir natürlich eine Leitfigur – da er aus der Alternative-Rock-Ecke kommt, überrascht er mich aber auch immer wieder mit neuen Melodien, auf die ich nie kommen würde. Eines Tages kam er zu mir ins Studio und spielte mir einen seiner selbstkomponierten Songs vor. Einen bestimmten Teil des Liedes fand ist so gut, dass ich ihn sofort als Intro auf die CD gepackt habe – da hättest du mal seinen Gesichtsausdruck sehen sollen. Der Text des Intros ist eine einzige Liebeserklärung an meine Frau, aber auch an alles, was mir bis dato an Schönem widerfahren ist – das könnte mein Sohn oder auch meine Musik sein. Es geht letztendlich um emotionale Höhepunkte, die man erhalten sollte.

Reim sieht das 2010 veröffentlichte Album „Sieben Leben“ als musikalischen, aber auch mentalen Befreiungsschlag.

Matthias: Im Frühjahr 2010 war ich mit meinem Insolvenzverfahren durch, danach konnte ich mich befreit an das Album setzen, sechs Monate später erschien dann „Sieben Leben“. Eine psychische Freiheit ist ungemein wichtig für ein kreatives Arbeiten – und ich finde das merkt man dem Album auch an. Nicht Geld, sondern das Glück mehr oder weniger entspannt arbeiten zu können, hat mir bis dato das Leben lebenswert gemacht.

Autogrammstunden, PR-Auftritte, Tour-Vorbereitungen und Fernsehsendungen lassen dem Sänger zurzeit kaum mehr Zeit zum Atmen. Songwriting und Produktionen für andere Künstler müssen daher momentan weit hinten anstehen.

Matthias: Auch wenn du für andere schreibst oder produzierst, musst du dein Bestes geben – und das kann ich gegenwärtig nicht. Ich versuche mir schon heute Freiräume zu schaffen, damit ich Ende des Jahres mit den Vorbereitungen für mein neues Album beginnen kann.

Seit geraumer Zeit performt das Energiebündel auch auf dem Ballermann – verdammt, muss das sein, fragen sich da viele.

Matthias: Ich liebe es, im Oberbayern den Leuten in 30 Minuten meine Kulthits um die Ohren zu hauen – und das face to face, denn die Fans stehen direkt vor dir. Nach dem Gig gehe ich manchmal auch noch in die Disco nebenan und höre, was da so läuft – es ist ungemein wichtig, dass du immer den Zeitgeist riechst. Zudem haben die Auftritte in den Party-Hochburgen einen gigantischen PR-Effekt – du wälzt da wöchentlich mehr als 3000 Menschen. Das würde ich auch sonst nirgendwo anders machen.

Mit Karats „Der Schwanenkönig“ und „Am Fenster“ von City wildert Reim auch in den musikalischen Schatztruhen seiner Kollegen.

Matthias: Für mich haben diese beiden Songs eine eigene Geschichte – insbesondere „Der Schwanenkönig“ ist ein gut durchkomponierter- und poetisch getexteter Song. Hut ab, was die Jungs zu dieser Zeit geschaffen haben.

Chapeau auch vor Matthias Reim, der nach 23 Jahren wieder auf einer Riesenwelle des Erfolges schwimmt – Tendenz weiter steigend.

Am 23. April wird Matthias Reim um 20 Uhr im Capitol/Hannover auftreten – Karten: NDZ 05041/78910




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt