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Landfrauen zu Besuch im Tiergarten Hannover

Ein treuer Begleiter

HANNOVER. Die Wandergruppe des Springer Landfrauenvereins besuchte den Tiergarten in Hannover.

Thomas Giese als leitender Forstwirtschaftsmeister erwartete die Gruppe zu einer Führung. Mit einer Größe von 113 ha, fast so groß wie der Maschsee, bietet er zusammen mit der Eilenriede und dem Hermann-Löns-Park naturnahe Erholung und Ruhe mitten in der Stadt. Herzog Johann Friedrich ließ 1678 in den „Sundern“ – einem Wald mit Eichen und Buchen – den Tiergarten anlegen und einzäunen. Als Hofjagdrevier diente er als Fleischkammer für die Küche in Herrenhausen. 1799 öffnete König Georg der II. den Tiergarten für die Bevölkerung. Dem Förster wurde gestattet, „gegen Zahlungen Erfrischungen zu reichen“. So entstand hier ein beliebtes Ausflugsziel.

Seit 1903 gehört der Tiergarten der Stadt Hannover. Um 130 bis 150 Stück Damwild zu ernähren, wurde auch der Baumbestand zur Futterproduktion herangezogen. Äste wurden in drei Meter Höhe abgeschnitten, getrocknet und im Winter verfüttert. Durch den Schnitt erhielten die Bäume Silhouetten wie Kopfweiden. Zur Erhaltung der historischen Bäume wird seit 30 Jahren wieder „geschneitelt“ zur Futtergewinnung.

Alte Baumbestände konnten sich entwickeln. Der älteste Baum – eine Eiche – ist wohl 680 Jahre alt. Ein Blitzeinschlag sprengte die Rinde auf sieben Meter ab. Zum Schutz wurde 2013 nach der Sanierung ein Zaun mit gusseisernen Pfosten errichtet – Nachbildung eines Spießes, der sogenannten „Saufeder“. Der „Ludwig-Richter Baum“ eine Hainbuche, wird als „schönster Baum Hannovers“ nur noch mit Drähten zusammengehalten und gesichert. Neben dem Damwild leben im Tiergarten heute eingezäunt vor allem Wildschweine und Rehe und 10 bis 20 Stück Rotwild. Der Tiergarten ist zudem Lebensraum von ca. 50 Vogelarten und 12 Arten seltener Fledermäuse. Ein Höhepunkt für die kleinen Besucher und für Familien ist das Tiergartenfest, das jedes Jahr am zweiten Oktoberwochenende stattfindet. Für das Sammeln von Eicheln und Kastanien, die im Winter an die Tiere verfüttert werden, erhalten die Kinder Holzscheiben als Eintrittskarten (12 000) die von den Mitarbeitern gefertigt werden. Der Forstbetrieb bedankt sich mit Kuchen und Getränken.

Begleitet wurden die Frauen von „Mara“, einem zweijährigen Damwild, das von Giese aufgezogen wurde. Das Tier liebt besonders Kinderwagen, da vor zwei Jahren bei der Aufzucht alle zwei Stunden die Flasche nötig war, die oft am Kinderwagen hing. Vielleicht hängt da mal wieder etwas Gutes? Selbstgebackener Kuchen in der Tiergartenschänke stärkte die Landfrauen für den Heimweg an den Deister. Wer Lust hat, an Veranstaltungen der Landfrauen teilzunehmen, findet Infos auf der Homepage www.kreislandfrauen- Springe.de.




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