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Ein Theater-Stück SPD-Geschichte

Beber-Rohrsen. Mit einem Vorstellungskreis begann am Wochenende der Einstieg in die heiße Probenphase zum neuen Stück des Didel-Dadel-Dum-Theaters in der Mehrzweckhalle in Beber. Nach großen Erfolgen wie Molières „Der eingebildete Kranke“, diversen Shakespeare-Stücken, zum Beispiel „Sommernachtstraum“ oder Shaws „Pygmalion“ steht diesmal etwas gänzlich anderes auf dem Spielplan.

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„Rosa – Ich kann deinen Herzschlag hören“, so heißt das Drama in vier Akten, das der Münderaner Autor Daniel Nagel zusammen mit dem Kinder- und Jugendtheater Didel-Dadel-Dum auf die Bühne bringten will.

Im Stück verbinden sich Gegenwart und Vergangenheit in der Person der eigensinnigen und aufmüpfigen Kim. Die wird von ihrer genervten Mutter auf den Dachboden verbannt, findet dort „Rosas Tagebuch“ und liest sich fest – in der Geschichte der Hamelner Sozialdemokratin Rosa Helfers (1885-1965). Die entschloss sich 1908 nach ihrer Ausbildung zur Kindergärtnerin der SPD beizutreten. Möglich war das nur als verkleideter Mann unter dem Decknamen Richard Hufschmied. Rosa will „frischen Wind in die Partei bringen“ und wird von den Genossen bereitwillig aufgenommen. Schon bald ist sie aber von der mangelnden Rede- und Diskussionsbereitschaft der Mitglieder sehr enttäuscht.

Das gewagte Verkleidungsspiel kostet Rosa darüber hinaus die Beziehung zu Erich, ihrem Verehrer, der um seinen Ruf fürchtet. Der Streit eskaliert so weit, dass Erich sie ohrfeigt, weil Rosa darauf beharrt, dass Politik Aufgabe des Volkes und damit auch ihre Aufgabe sei. Als ihre Verkleidung erwartungsgemäß ein halbes Jahr später auffliegt, stimmt die SPD-Ortsgruppe in Hameln mehrheitlich für Rosas Verbleiben in der Partei.

Für Regisseurin Peggy Zawilla fordert Nagels Stück die Jugendlichen gleich in Bezug auf mehrere Bereiche: „Sie müssen sich unter anderem damit auseinandersetzen, dass Rosas Mann im ersten Weltkrieg fällt, und dass sie im Zweiten Weltkrieg ins Konzentrationslager kommt. Das ist keine leichte Kost und etwas ganz anderes als die Komödien, die wir bislang gespielt haben.“ In der Geschichte gehe es zudem um soziales Engagement – und das Andenken an eine Sozialdemokratin, die auch in Berlin gewirkt hat.

Gefördert wird das Stück, das am 1. Juni im Martin-Schmidt-Saal Premiere feiert, durch die Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller, den Landtagsabgeordneten Ulrich Watermann sowie die münderschen und Hamelner Sozialdemokraten.

Infos zum Stück: www.wir-sind-rosa.de.hzs



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