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Panorama-Ausblicke und geschützte Natur pur: Die Gorges de l’Ardèche ist ein Paradies für Kanu- oder Kajakfahrer

Ein sportliches Schluchterlebnis im Süden Frankreichs

Von Jutta Keller

Saint-Martin-d’Ardèche. Gorges – Schluchten oder Canyons – gibt es in Frankreich viele. Eine der beeindruckendsten in Südfrankreich ist die Gorges de l’Ardèche. 120 Kilometer lang fließt die Ardèche von ihrer Quelle in den Cevennen bis Pont-Saint-Esprit, wo sie in die Rhône mündet. An ihrem Unterlauf erstreckt sich die Schlucht über etwa 30 Kilometer zwischen den Orten Vallon Pont d’Arc und Saint Martin d’Ardèche. Von hier aus fahren wir die serpentinenreiche Küstenstraße, die Corniche, entlang, die auch bei Radlern und Motorradfahrern sehr beliebt ist. Spektakuläre Ausblicke bieten sich uns von vielen Belvédères aus hinunter in die Schlucht und auf den Fluss.

Türkisfarben windet er sich tief unten in seinem natürlichen Flussbett mit bis zu über einhundert Meter hohen begrünten Kalksteinwänden, in die er sich im Laufe vieler Jahrtausende hineingegraben hat. Und dann die „Cirque de la Madeleine“ – ein überwältigendes Panoramabild: Die Ardèche macht an dieser Stelle eine Schleife in Form eines Hufeisens oder Tropfens.

Von oben sehen wir auf dem Wasser viele bunte Pünktchen, bei genauerem Hinsehen erkennen wir, wie sie sich langsam vorwärtsbewegen. Nachdem wir entlang der Corniche zahlreiche Hinweisschilder für Kanu-Ausleihstationen (Canöe) passiert und einige Autos mit Bootsanhängern auf ihrem Weg zu den Ablegestellen überholt haben, wissen wir: Die Gorges de l’Ardèche ist ein ideales Revier für Kanu- und Kajakfahrer. Erinnerungen an eine Fahrt auf der Isar werden wach.

2 Bilder

Nach einem erfrischenden Bad am Pont d’Arc, wo die Ardèche unter einer malerisch schönen Natursteinbrücke hindurchfließt, mieten wir für den nächsten Morgen ein Zweierkanu. Geplant ist ein Ganztagesausflug mit einem Streckenabschnitt von 24 Kilometern. Mal sehen, ob unsere Kanuerfahrung auf der Isar für die Ardèche ausreicht. Die Voraussetzungen für eine Fahrt erfüllen wir schon: Jeder ist älter als sieben Jahre, nicht schwanger und kann schwimmen.

Unterhalb von Pont d’Arc geht’s los. Die Sicherheitswesten legen wir gern um, zumal wir vor Stromschnellen gewarnt werden. Den Wasserproviant von etwa drei Litern pro Person und eine Brotzeit haben wir an Bord sicher verstaut. Köpfe und Körper sind mit Sonnenmilch eingecremt und an den Füßen Plastiksandalen, damit wir beim Umgehen oder Umtragen von Stromschnellen nicht so leicht auf glitschigen Steinen ausrutschen.

Vor uns und nach uns entern ganze Familien ihre Kanus, sogar Hunde gehen mit an Bord. Etwas ernüchternd der ganze Rummel, doch Boot und Fluss erfordern erst mal unsere ganze Aufmerksamkeit. Nach anfänglichen Synchronisationsunstimmigkeiten paddeln wir im Gleichklang. Die einmalige Landschaft zieht an uns vorbei, wir lassen sie auf uns wirken. Mit das Schönste an der Kanufahrt sind die gelegentlichen Stopps an den Sand- und Kiesbänken: Das Schwimmen in der klaren Ardèche und der Blick hoch zu den Kalksteinen runden das Naturerlebnis ab. Nach 24 Kilometern erreichen wir am frühen Abend den Strand von Sauze in der Nähe von Saint Martin. Müde, aber glücklich, dass wir die Tour ohne Kentern gemeistert haben.

Seit 1980 steht die Gorges de l’Ardèche unter strengem Naturschutz, ebenso der Naturpark der Ardèche, der „Parc naturel régional des Monts d’Ardèche“, mit mehr als 200 000 Hektar Schutzzonen. Offenes Feuer, Grillen und Wildcampen sind verboten. Kanufahrten finden – je nach Wetterlage – von Mai bis September statt. Idealerweise sollte man außerhalb der europäischen Sommerschulferien buchen. Es sind auch längere Kanutouren (32 Kilometer) und mehrtägige möglich: Schlafsack und Zelt nicht vergessen! Übernachtet wird in zwei dafür vorgesehenen Rastplätzen (Biwak) mit Toiletten, Duschen und – falls man kein eigenes Zelt hat – in einem Großraumzelt mit vielen anderen zusammen.

Weitere Informationen im Internet: www.riviere-nature.com/canoe-rental-ardeche.html, www.gorgesdelardeche.fr oder www.ardeche-tourisme.com.

Die Natursteinbrücke hat dem Ort Vallon Pont d‘Arc seinen Namen gegeben (links). Cirque de la Madelaine heißt die berühmteste Schleife der Ardèche.




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