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Eike Dempewolf von den Fastflitzern Osterwald beim 41. Berlin Marathon

Ein sensationelles Publikum

Osterwald/Berlin. Der Berlin Marathon gehört neben New York, Boston, Chicago, Tokyo und London zu den sogenannten World Marathon Majors, eine Wettkampfserie mit den sechs renommiertesten und bedeutendsten Marathonrennen der Welt. Die Startplätze sind heiß begehrt und so ist es kein Wunder, dass das Großereignis seit Monaten ausgebucht ist. In diesem Jahr haben sich 45 870 Läufer, darunter einige Weltklasseathleten, an die klassische Marathon-Distanz von 42,195 Kilometern gewagt. Über 3000 Dänen und Engländer sind gemeldet, aber auch Franzosen, Niederländer, Schweden, Italiener und US-Amerikaner sind mit jeweils mehr als 1000 Teilnehmen vertreten.

Eike Dempewolf von der Laufgruppe Fastflitzer aus Osterwald hatte die Startzusage erst vor wenigen Wochen über seine Firma Here Maps erhalten, die in diesem Jahr als offizieller Kartenlieferant des Berlin Marathons fungiert. Für seine kurzfristige Premiere in Berlin hatte er das Training intensiviert, einige lange Läufe und mehrere Tempoeinheiten wurden absolviert, darunter die Teilnahme am Nachtlauf Hannover, zu dem die Osterwalder Läufer mit einem 22-köpfigen Team angetreten sind.

Das von einer internationalen Medienberichterstattung begleitete Rennen wird traditionell um 8.45 Uhr auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule vom amtierenden Bürgermeister gestartet. Bei idealem Marathon-Wetter bewegt sich die unüberschaubare Masse von Läufern aus 130 Nationen die ersten Kilometer durch Moabit und Berlin Mitte vorbei am Bundeskanzleramt, Reichstag und Regierungsviertel und quert dabei mehrfach die Spree. Mehr als 1,2 Millionen Zuschauer werden an der Strecke sein, um die Läufer zu feiern und lautstark zu unterstützen. Nach Kilometer 15, am Kottbusser Tor in Kreuzberg und durch die Straßen von Neukölln, wird es bunt und multikulturell, viele Bands untermalen den Lauf mit Musik und Tanz. Neben den jubelnden Zuschauern klatscht sogar die Polizei Beifall. In der Nähe der Yorckstraße, bei Kilometer 21, ist Halbmarathondistanz geschafft. Die Berliner Feuerwehr sorgt mit einer Wasserdusche für eine angenehme Abkühlung. Als Dempewolf nach 2 Stunden Kilometer 25 erreicht hat, wurde zeitgleich vom Sieger Dennis Kimetto aus Kenia mit seinem Zieleinlauf ein neuer Weltrekord aufgestellt. Als erster Mensch auf der gut 42 Kilometer langen Distanz überhaupt unterbietet er die Zeitbarriere von 2 Stunden und 3 Minuten um 3 Sekunden und schreibt damit Sportgeschichte.

Es folgt ein weiterer lautstarker Höhepunkt des Rennens, der Platz am Wilden Eber im Süden von Berlin. Die ausgelassene Volksfeststimmung wird untermalt von einer 16-köpfigen Sambatruppe, dazu eine große Verpflegungsstation, all dies gibt Dempewolf Kraft für das letzte Streckendrittel. Nun durchläuft die Teilnehmerschar einen Höhepunkt nach dem anderen auf der Liste der Sehenswürdigkeiten in der deutschen Hauptstadt: der langgezogene Kurfürstendamm mit Gedächtniskirche bei Kilometer 35 und der von Hochhäusern flankierte Potsdamer Platz 3 Kilometer später. Nach einer Schleife um den historischen Gendarmenmarkt biegen die Läufer auf die boulevardartige Straße Unter den Linden ein und haben das langersehnte Ziel vor Augen. Noch knapp 1000 Meter, und Dempewolf erreicht mit einem emotionalen Durchlauf durch das Brandenburger Tor das Ziel des Berlin Marathons in 3 Stunden und 28 Minuten. Überwältigt von der fantastischen Atmosphäre und zufrieden über den Platz unter den ersten 10 Prozent des starken Läuferfeldes, genießt er anschließend ein Weizenbier auf dem Läuferfest auf der großen Wiese vor dem Reichstag. „Das Berliner Publikum war sensationell, und der unvergleichliche Zieleinlauf hat absolutes Gänsehautgefühl erzeugt,“ resümiert der Läufer aus dem Weserbergland.




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