×
Erholung, Entspannung und Lebensfreude: So wird der schöne Jahreszeiten-Garten angelegt

Ein schöner Staudengarten ist kein Malkasten

Obernkirchen (rnk). Gärten bieten Erholung, Entspannung, Lebensfreude und -qualität. Sie sind Räume der Geselligkeit und sozialer Kontakte. Doch um Erfolg und Spaß zu haben, braucht man Wissen - und positive Gartenerfahrungen.

Damit sich diese schnell einstellen, gab Mechthild Ahlers von der Niedersächsischen Gartenakademie jetzt ein sehr gut besuchtes Seminar im Hofcafé Eggelmann. Das wohl wichtigste bei der Anlage eines Gartens ist das harmonische Miteinander aller Pflanzengruppen, die gut und ruhig im Beet und am Boden wirken. Dabei sollten in der Planung alle Jahreszeiten berücksichtigt werden. Dauerhafte und immergrüne Pflanzen sowie langanhaltende Blütenphasen sorgen dabei für eine lange Haltbarkeit, auch im angewelkten Zustand können Blumen noch ansprechend aussehen, wenn trotz verblühter Blüten eine gewisse Frische bleibt. Die Praxis beschrieb Ahlers dabei anhand eines Staudenbeetes. Die Schwerpunktbildung erfolgt dabei durch die Anordnung von wirkungsvollen, möglichst lange blühenden hohen Stauden, den sogenannten Leitstauden, die die ersten Blicke auf sich ziehen und niemals an den Ecken der Beete stehen sollte. In unmittelbarer Nachbarschaft werden die halbhohen Begleitstauden gepflanzt. Ganz wichtig: Maximal dürfen sie zwei Drittel der Leitstauden erreichen, außerdem sollten sie mit den Leitstauden zum gleichen Zeitpunkt blühen. Ist die ausgewählte Leitstaude etwa einen Meter hoch, sollte die Begleitstaude nicht höher als 60 Zentimeter sein. Anschließend kommen die Puffer- oder Füllstauden ins Beet, sie werden neben den Begleitstauden und im Vordergrund der Beete und Rabatten gepflanzt. Sie bilden den Übergang zum Rasen oder zur Pflasterung und verschwinden hinter einer Buschbaumhecke. Mit Steinpflanzen können dabei die Lücken geschlossenwerden, erklärte Gartenexpertin Ahlers, wer sich für Gräser entscheide, habe eine Pflanze für alle Jahreszeiten. Ein Garten ist kein Malkasten, nicht jede Farbe muss vorkommen. Ahlers empfahl die Reduktion auf drei Farben: "In der Beschränkung zeigt sich der Meister." Ton in Ton, so sieht der schöne, ruhige und harmonische Garten aus, fließende Übergänge nehmen den Betrachter gleichsam bei der Hand und führen ihn von Blume zu Blume. Und, ganz allgemein: Nicht in jeden Garten passt knallgelb. Frauenmantel. Katzenminze, Storchschnabel, Funkien oder Bergenien, also alle polsterbildenden Stauden können dabei gut als wegebegleitender Saum eingesetzt werden - das sieht immer hübsch aus. Und Vorsicht: Nicht die Masse, nicht die Vielzahl der Blumen ist wichtig, sondern die Wiederholung; Mittelhohe Arten werden in Gruppen von mindestens drei Stück angelegt, niedrige Arten sollten flächig eingepflanzt werden. Ahlers: "Vermeiden Sie die verwirrende Vielfalt, die Gruppen müssen sich im Garten immer wiederholen." Nicht vergessen werden sollten strukturgebende, immergrüne Gehölze wie Ilex, Buchsbaum oder Koniferen: Sie halten den Rahmen im Winter und schaffen klare räumliche Strukturen. Solitär-Blütengehölze wie Zaubernuss, Schneeballarten, Sommerblüher, Herbstfärber oder Hortensien wirken besonders in kalten Jahreszeiten, sie dürfen durchaus selten sein, sollten aber dann wirken, wenn die üppige Blüte der Stauden noch nicht da ist. Aufpassen sollte man bei den dekorativen Elementen. Nur eine ausgediente Milchkanne oder eine Wasserpumpe allein reiche nicht aus, besser sei die Kombination von Deko-Elementen und grünen Pflanzen: Ein paar Gräser neben der Pumpe sehen besser aus als nur das nostalgische und allein stehende Hebelwerk.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt