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Äußerungen Rohdes: Grüne stellen Kleine Anfrage an Landesregierung

"Ein Rückfall ins Mittelalter"

Bückeburg (rc). DieÄußerungen des Richters am Landgericht, Peter Rohde, schlagen weiter hohe Wellen und sorgen jetzt sogar dafür, dass sich die Niedersächsische Landesregierung mit einer Kleinen Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen in dieser Sache beschäftigen muss.

Der heimischen Grünen-Abgeordneten Ursula Helmhold bereitet die Tatsache Sorge, dass Rohde als Mitbegründer der christlichen Immanuel-Schule in Bückeburg - derzeit ist er Vorsitzender des Förder- und Vize-Vorsitzender des Trägervereins - dort eine führende Rolle einnimmt. "Es ist zu befürchten, dass die Kinder dort mit dem verirrten Gedankengut des Herrn Rohde indoktriniert werden", befürchtet Helmhold. Der Internetauftritt der Schule sei jedenfalls äußerst intransparent. Es sei weder Satzung noch Konzept veröffentlicht. Da die Schule mit Landesmitteln gefördert wird, möchte Helmhold in der Kleinen Anfrage unter anderem wissen, wie sichergestellt ist, dass auch an privaten christlichen Schulen der Auftrag des Grundgesetzes zur Gleichstellung von Männern und Frauen erfüllt wird. Außerdem fragt sie, wie die Landesregierung sich in der Vergangenheit davon überzeugt hat, ob in der Bückeburger Immanuel-Schule Kinder zu einem modernen Rollenverständnis erzogen werden. "In einer Schule darf kein Platz für Fundamentalismus sein, gleich aus welcher Richtung", stellt Helmhold fest: "Das Weltbild des Herrn Rohde darf Kindern nicht vermittelt werden. Es ist gedanklich nur ein kleiner Schritt von der Forderung, Ehebruch zu bestrafen bis zur Steinigung von Ehebrecherinnen." Insgesamt bezeichnet Helmhold dieÄußerungen Rohdes als "abseitig". Natürlich könne jeder Richter eine Privatmeinung äußern. Es sei aus ihrer Sicht aber zu bezweifeln, ob es zum Vertrauen in der Rechtspflege beitrage, wenn ein Richter die Öffentlichkeit zur Verbreitung fundamentalistischer Positionen geradezu suche. Die Vorsitzende der Schaumburger Grünen, Astrid Barenscheer-Heisecke, bezeichnete die Äußerungen als "Rückfall ins frauen- und familienpolitische Mittelalter". Offensichtlich seien nach Rohdes Weltbild die Frauen, die sich nicht an Heim und Herd bannen ließen, an allem Übel Schuld. Es müsse endgültig der Vergangenheit angehören, Frauen nur die Wahl "Will ich heiraten und Kinder haben - oder arbeiten?" zu lassen. "Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss gesellschaftliche Realität werden." Damit Kinder geborgen aufwachsen könnten, bräuchten sie eine liebevolle Umgebung.




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