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Ein paar Klassen weniger – und eine offene Stelle

BAD MÜNDER. Das neue Schuljahr bringt an den münderschen Grundschulen Veränderungen mit sich – insbesondere in Bakede müssen sich Schüler und Kollegium auf eine neue Situation einstellen. Schulleiterin Christel Gietmann hat sich zu Ferienbeginn verabschiedet, sie wird an einer Schule in Thailand tätig.

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Autor:

Johanna Lindermann und Jens Rathmann

Die Leitungsstelle der Grundschule ist im aktuellen Schulverwaltungsblatt ausgeschrieben, ob sich Bewerber finden, ist noch offen. Da aber eine Schule nicht ohne Leitung ins Schuljahr starten kann, scheint die Landesschulbehörde auf eine Lösung zu setzen, die sich bereits im Jahr 2016 trotz aller Mehrbelastung bewährt hat: Nach dem Wechsel von Schulleiter Hartmut Gäbel sollte Gietmann die Leitung übernehmen, stand aber erst nach einem länger geplanten Sabbathalbjahr zur Verfügung. Christoph Schieb, Rektor der Grundschule Bad Münder, wurde als kommissarischer Leiter nach Bakede beordert und leitete die Schule parallel zu seinen Aufgaben in der Kernstadt. Eine Wiederholung scheint nun bei der Landesschulbehörde das Mittel der Wahl zu sein. „Offiziell ist noch nichts, aber wir stehen in Gesprächen“, bestätigt Schieb auf Anfrage dieser Zeitung.

Ungeachtet der ungeklärten Leitungsfrage werden aber auch in diesem Schuljahr in Bakede Erstklässler eingeschult – eine Klasse wird gebildet. Damit wäre die Grundschule dann wie im vergangenen Schuljahr durchgängig einzügig. Im Kollegium stehen – neben der Leitungsposition – durch Versetzungen und Abordnungen kleinere Veränderungen an.

Veränderungen in der Lehrerschaft machen sich auch an den Grundschulen Flegessen und Eimbeckhausen bemerkbar. „Ein Lehrer kommt aus der Elternzeit zurück. Das macht in einer kleinen Schule viel aus“, berichtet Natali Friesen, Leiterin der Schule in Flegessen. Ebenfalls positiv: Die Schule müsse keine Abordnung an andere Schulen stellen. Insgesamt kommt die Schule auf sechs Lehrkräfte, eine Sonderpädagogin sowie drei pädagogische Mitarbeiter.

Zusammen kümmern sich die Lehrer um 77 Schüler – im neuen Schuljahr ist die Zahl etwas geringer als im vergangnen Jahr, denn: „Wir machen aus zwei zweiten eine neue dritte Klasse“, sagt Friesen. Durch Wegzüge sei man mit 25 Schülern sehr knapp an der Teilungsgrenze gewesen. „Das ist natürlich nicht so schön. Die Kinder waren zwei Jahren lang in zwei kleinen Klassen zusammen“, bedauert die Schulleiterin. Für die neuen Erstklässler, die diese Woche in ihre schulische Laufbahn starten, ergebe sich aber mit 17 Neuanmeldungen „eine schöne Klassengröße“. Im vergangenen Jahr waren es 16 Erstklässler gewesen.

Eine erste Klasse kommt auch in Eimbeckhausen zustande – an der ansonsten zweizügigen Grundschule eine Ausnahme. „Die Schülerzahl hat sich reduziert“, sagt Leiterin Diana Rosenthal. Mit 21 Schülern sei die erste Klasse dann „relativ groß“. Aber: „Voraussichtlich erhöht sich die Schülerzahl nächstes Jahr wieder“, berichtet Rosenthal. „Das ist gut für den Erhalt der Schule.“ Auch das Kollegium verkleinert sich: Ein Lehrer geht an eine andere Grundschule.

Die „normale Fluktuation in einem Kollegium“ stellte Schulleiter Schieb für die größte mündersche Grundschule fest. Abgänge und Zugänge halten sich die Waage. Keine großen Veränderungen ergeben sich an der Wallstraße auch in der Gesamtschülerzahl. Zwar hat die Schule im Juni vier vierte Klassen verabschiedet und wird nun nur drei erste Klassen begrüßen, doch die liegen mit 23 oder 24 Schülern relativ dicht an der Teilungsgrenze.

Im Programm für das neue Schuljahr finden sich bereits viele Vorhaben, eines liegt dem Schulleiter aber besonders am Herzen: Das Demokratie-Projekt soll nicht nur fortgeführt, es soll auf eine neue Ebene gehoben werden. „Demokratiebewusstsein ist etwas, für das man früh die Weichen stellen muss“, sagt Schieb. Die Schüler sollen das Jahresthema selbst bestimmen – komplett demokratisch, in verschiedenen Runden der Beteiligung, Diskussion und Abstimmung. Die Lehrer begleiten die Entwicklung, regen an, woran gedacht werden muss – geleitet wird der Prozess aber von Schülern. Eine kleine Demokratie-Arbeitsgemeinschaft soll die intensivere Auseinandersetzung ermöglichen.



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