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„Ein Netto-Markt würde passen“

Bad Münder. Obwohl das Lebensmittelangebot schon jetzt durchaus groß ist, könnte Bad Münder einen weiteren Supermarkt durchaus verkraften, meint IHK-Experte Hans-Hermann Buhr. Wichtig sei allerdings eine zentrale Lage, damit auch die Innenstadt davon profitiere.

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These 1: Von den in den vergangenen Monaten diskutierten Standorten hält Buhr einen auf den ersten Blick für ungeeignet: das Hermapal-Gelände an der Süntelstraße. „Zu weit ab.“ Ansiedlungen dort schwächten nicht nur die Innenstadt, sondern seien auch für Einzelhandelsunternehmen unattraktiv. Dass Aldi hier unglücklich ist, sei „gut nachvollziehbar und überrascht mich nicht“, so Buhr. Ebensowenig, dass sich für das Gelände kein Vollversorger finde. „Vergebliche Liebesmüh.“ Das Wohngebiet Südfeld sei schlicht zu klein, um aus Sicht der Unternehmen die nötigen Umsätze zu erzielen. „Das Kundenpotenzial für eine wirtschaftliche Tragfähigkeit ist nicht da.“

These 2: Der Plan, alternativ auf dem Gelände der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule E-Center und Aldi anzusiedeln, ist zwar auch nicht gerade eine Ideallösung, „aber doch deutlich besser“, meint Buhr. Der Einwand, dass sich ganz in der Nähe schon das Rohmelcenter befinde, hält er für unerheblich. Für viele Kunden sei die Wahl der Supermarktkette eine Überzeugungsfrage. Wenn mit Rewe und Edeka beide Handelsriesen in Bad Münder vertreten seien, könne vermutlich der nach wie vor große Kaufkraftabfluss, etwa nach Springe, gestoppt werden. Für die Unternehmen rechne sich die Sache auch, ist Buhr überzeugt, selbst wenn Rewe geringe Umsatzeinbußen hinnehmen müsse. Ob Wallstraße oder Rohmelcenter – hinsichtlich der Auswirkungen auf die Innenstadt unterscheiden sich beide Standorte nach seiner Einschätzung nicht. „Auch das Rohmelcenter geht nur noch mit großem Wohlwollen als Nebenlage des Zentrums durch.“

These 3: Ein zusätzlicher SB-Markt im Bereich Petersilien-/Wermuthstraße könnte eine gute Ergänzung für den vorhandenen NP sein. Eine Einschätzung des Experten, die manchen überraschen dürfte. „Beides schließt sich keinesfalls aus. Neben NP als Discounter könnte ein kleiner Vollsortimenter das Angebot abrunden. Ein ebenfalls zu Edeka gehörender Netto würde beispielsweise passen“, regt Buhr an. Auch ein Bio-Supermarkt sei vorstellbar, die Klientel dafür sei in Bad Münder vermutlich vorhanden. Ein Zugang zur Einkaufspassage von der Petersilienstraße wäre eine ideale Anbindung an die Altstadt. So könnte ein weiterer Magnet geschaffen werden, mit dem sich unter anderem die derzeit abgehängte Obertorstraße beleben ließe, ist Buhr überzeugt.

These 4: Bad Münder braucht ein Einzelhandelskonzept. Bevor neue Standort-Entscheidungen getroffen werden, müsse eine Bestandsaufnahme her, fordert Buhr. Dazu sollten auch die Einwohner in den Ortsteilen mit einer Befragung einbezogen werden: Wer orientiert sich für den Einkauf wohin?

These 5: Politik und Verwaltung sollten für alle Ideen offen sein und nichts von vornherein abblocken. Grundsätzlich sei die Kurstadt gemessen an ihrer Größe schon recht gut mit Lebensmittel-Versorgern ausgestattet. „Aber wenn noch jemand kommt, der ansiedlungswillig ist, sollte das nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Die Verantwortlichen sollten dabei „auch nicht zu sklavisch an Verkaufsflächengrößen festhalten“. Es gebe durchaus Spielraum und komme immer auf den Einzelfall an, sagt Buhr.mf



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