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Ein Millionenprojekt – hier wie dort

Bad Münder. Die Gedankenspiele für eine Verlegung der Grundschule von der Kellerstraße in die leer stehende Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule (HWK) nehmen immer konkretere Züge an. Der Landkreis ist offenbar bereit, der Stadt das frühere Hauptschulgebäude für eine Dauer von 30 Jahren kostenlos zur Verfügung zu stellen.

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Ein entsprechendes Angebot liege auf dem Tisch, sagte Bürgermeister Hartmut Büttner gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Stadt müsse lediglich die Kosten für die Unterhaltung und Sanierung der Immobilie tragen. Büttner nannte in diesem Zusammenhang erstmals auch öffentlich Zahlen. Um die HWK für den Grundschulbetrieb zu ertüchtigen, seien schätzungsweise 2,5 Millionen Euro nötig. Eingerechnet sei hier schon der Aufwand für Ganztagsbetrieb und Inklusion. Weitere 2 Millionen Euro würde laut Büttner der Neubau einer Sporthalle kosten. Nur wenig günstiger wäre es demnach, die vorhandene, marode Halle zu sanieren.

Grob kalkuliert hat die Stadt auch bereits die Kosten bei einem Verbleib an der Kellerstraße. Um den Standort vergleichbar aufzurüsten, müssten nach Angaben Büttners etwa 3,5 Millionen Euro ausgegeben werden. Nur mittels Anbau ließen sich dort Ganztagsbetrieb und Inklusion realisieren.

Der Bürgermeister räumt ein, dass es möglicherweise auch preiswerter gehe – wenn ausschließlich das rechtlich absolut Notwendige umgesetzt werde. „Ich meine aber, dass wir ein möglichst qualifiziertes schulisches Angebot entwickeln sollten“, sagt Büttner. Die Frage der Finanzierung müsse mit Blick auf die Einschränkungen infolge des Zukunftsvertrages mit der Kommunalaufsicht erörtert werden. Der Landkreis müsste grünes Licht für eine derartige Investition geben.

Mitte Januar sollen die verschiedenen Konzepte der Öffentlichkeit vorgestellt werden, kündigt der Verwaltungschef an. Als Termin für die Veranstaltung wird im Rathaus der 14. Januar ins Auge gefasst.

Anders als zunächst erwogen, will die Verwaltung bei ihrem Haushaltsentwurf, der ebenfalls im Januar in den Rat eingebracht werden soll, die Schulinvestitionen erst einmal außen vor lassen. Parallel zu den Haushaltsberatungen, so der Fahrplan, solle dann „in einem transparenten Verfahren“ eine Entscheidung über den künftigen Grundschulstandort herbeigeführt werden. Wenn Klarheit über die Kosten herrsche, müssten diese nachträglich in den Etat eingearbeitet werden, um alles zusammen im März verabschieden zu können.

Auf die Frage, welche Variante er selbst nach Lage der Dinge bevorzuge, sagte Büttner: „Der Standort an der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule bietet mehr Möglichkeiten.“ Allerdings, so macht er gleichzeitig deutlich, sehe er dort vorerst kein Grundschulzentrum für das gesamte Stadtgebiet. „Wir haben derzeit über 500 Grundschüler, davon die Hälfte in der Kernstadt.“ In den Ortsteilen seien die Schülerzahlen auf Sicht ausreichend. Eine zu große Schule sei darüber hinaus unter pädagogischen Gesichtspunkten wenig erstrebenswert, glaubt Büttner.mf

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