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Ein Leben für Leibniz und die Literatur

Bad Münder. Dass sie die wohl größte geschäftliche Chance ihres Lebens voll Uneigennützigkeit hat verstreichen lassen, das sieht die 76-jährige Gabrielle Spaeth mit Gelassenheit. „Es war um 1990, als das Manuskript von ,Sophies Welt‘ von Jostein Gaarder mit der Bitte um Veröffentlichung auf meinem Schreibtisch landete. Ich fand es ungeheuer gut, fürchtete aber, in meinem kleinen Verlag ginge es unter und verwies auf den Hanser Verlag“. Das Buch wurde bekanntlich ein Welterfolg.

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Das große Lebensthema der 1939 in Hannover geborenen Gabrielle Spaeth aber ist das Universalgenie Gottfried Wilhelm Leibniz. Dessen „Monadologie“ hat sie bereits im Alter von 14 Jahren gelesen. „Seitdem bin ich bekennender Leibniz-Fan“, lacht sie. Nach dem Konkurs ihres Arbeitgebers, des hannoverschen Schroedel Verlages, wagte sie am 22. Februar 1985 den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit, gründete in Bad Münder die „Leibniz-Bücherwarte“, um „mich auch mit dem Namen Leibniz in die prästabilierte Harmonie zu begeben.“

„Ich wollte Leibniz, der ja 40 Jahre in Hannover lebte, von einer anderen Seite zugänglich machen“, so die Verlegerin. Immer wieder haben die von Spaeth herausgegebenen Bücher den Genius Leibniz zum Thema. So erwarb die Münderaner Verlegerin etwa 1990 von der Oxford University Press die Lizenz von George McDonald Ross‘ „Leibniz/Leben und Denken“, und entdeckte obendrein mit der Hamburgerin Barbara Brüning eine Autorin, die in etlichen Schulbuch-Publikationen Kindern den Weg zur Philosophie geebnet hat.

„2016 wird Brünings Buch ,Weisheit-Liebe-Gottvertrauen – drei Frauenporträts aus der Zeit der Reformation‘ erscheinen“, kündigt Gabrielle Spaeth an. Mit „Leibniz und die Rosenkreuzer“ soll im selben Jahr die allerletzte Publikation von Spaeths „Leibniz Bücherwarte“ das Licht der Welt erblicken. „Ich hoffe, dass ich für dieses Thema noch Autoren finde“, so die Verlegerin. „Wenn ich das alles unter Dach und Fach habe, dann gebe ich gerne den Verlag und den Löffel ab.“

Mit sehr viel Enthusiasmus, Zähigkeit und auch unter nicht geringen Entbehrungen hat Gabrielle Spaeth, von der lokalen Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, Buch um Buch herausgegeben und ganz wesentlich zum neuen Verständnis ihres großen Vorbildes und damit zur Leibniz-Renaissance beigetragen. Ihre Arbeit hat den Namen ihrer Heimatstadt in die internationale Welt des Buches hinausgetragen und einigen Autoren zu einer Karriere verholfen. Kein Zweifel, mit dieser bewundernswerten Lebensleistung ist Gabrielle Spaeth eine der ganz starken Frauen von Bad Münder.hzs



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