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Ein kuscheliger Willkommensgruß an Flüchtlingskinder

Freitagnachmittag 16.30 Uhr. Das „Café International“ im TuSpo-Heim platzt aus allen Nähten. Mehr als 80 Flüchtlingsfamilien drängen sich um einen Tisch mit bunten Decken. Die Münderaner Integrationslotsen verteilen die von der Aktion „Mini Decki“ hergestellten Decken an die Neubürger.

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Autor:

Christoph Huppert

„Ziel ist es, dass jedes Kind, das nach Deutschland kommt, eine Kuscheldecke erhält, die Trost und Geborgenheit vermittelt“, erklärt Helge Zdebel-Müller. Zusammen mit Gaby Boron hat sie die Decken in ihrer „Mini Decki“ Arbeitsgruppe in Bennigsen genäht. „Die Decken haben wir schon in Springe verteilt, und die 65 Decken in Bad Münder sind jetzt als letztes dran“, so Zdebel-Müller.

Im „Café International“ haben die Integrationslotsen die Verteilung übernommen. „Wir haben mit dem Bus, den die Stadt für die Flüchtlinge angeschafft hat, und mit privaten Autos die Flüchtlinge hierher gebracht“, erklärt die Sprecherin der Integrationslotsen, Edeltraud Mittelstädt.

Die kleinen Kinder mit den großen Augen kuscheln sich sofort in ihre neuen Kuschel- und Schmusedecken. So wie bei der Comicfigur Linus von den Peanuts werden die Decken von nun an wohl auch ihre ständigen Begleiter sein. Mittelstädt erklärt: „Eine Decke ist nicht nur eine Decke. Eine Decke vermittelt Wärme und Geborgenheit. Sie kann auch Abgrenzung für das Kind gegenüber Unbekanntem und damit Schutz bedeuten, indem sich das Kind die Decke über die Schultern legt und sich darin einkuschelt. Sie ist ein Willkommensgruß, der bedeuten soll: Hallo, du bist herzlich bei uns willkommen, hier bist du sicher, kannst loslassen und dich wohlfühlen.“ Einige Münderaner haben sogar die alte Bettwäsche ihrer Kinder, die schon lange erwachsen sind gespendet. „Die hatten sie aufgehoben, weil es doch eine ganz besondere Erinnerung an die eigenen Kinder ist. Eine tolle Geste, wenn das jetzt für Flüchtlingskinder gespendet wird“, sagt die Integrationslotsin.

Jeden Freitag von 16 bis 18 Uhr treffen sich die Flüchtlingsfamilien im „Café International“. „Wir verteilen dann Post und geben Hilfestellung bei Problemen“, sagt Erwin Schlatterer, und fügt hinzu: „Es ist wichtig, dass die Kinder schnell in unsere Gesellschaft integriert werden und das Gefühl haben, willkommen zu sein. Dies mindert das Konfliktpotenzial, das auf beiden Seiten, Bevölkerung und Flüchtlingen, entstehen kann. Wir wenden uns mit dem Projekt hauptsächlich an die Integration der Flüchtlingskinder, da wir der Meinung sind, dass diese die Leidtragenden der Situation sind.“



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