weather-image
29°
Keine Kontaktbörse - aber ein Weg aus der Isolation

Ein Jahr "Single-Treff": Männer bleiben draußen

Rinteln (cok). Seit einem Jahr gibt es den "Schaumburger Frauen-Single-Treff", und es ist kein Wunder, dass das Durchschnittsalter der Beteiligten bei etwa 55 Jahren liegt. "Das ist genau das Alter, indem viele Frauen in ein tiefes Loch fallen, wenn sie nicht was für sich tun", so Gründerin Heidrun Korfhage aus Rinteln.

Ihr selbst ging es nach einer beendeten Beziehung nicht viel anders, und es war auch für sie nicht einfach war, Menschen zu finden, mit denen man reden, vor allem aber interessante Unternehmungen planen kann, machte sie sich kurzentschlossen auf zur Gleichstellungsbeauftragten im Rathaus, Kerstin Büthe, und gemeinsam luden die beiden zu einem Single-Frauen-Treff ein. "Von Anfang an ging es uns nicht darum, eine Art Kontaktbörse für Männer und Frauen zu schaffen", sagt sie, "Es sollte einfach eine Möglichkeit geben, auf unbefangene Weise neue Freundinnen zu finden und aus einer drohenden Isolation herauszufinden." Das klappte von Beginn an wirklich gut. Zwischen 30 und 40 Frauen umfasst die Liste der aktiv an dem Frauen-Treff Interessierten. Jeden ersten Samstag im Monat ist ein gemütliches Frühstück im "Stadtgarten" angesagt, wo nicht nur geplaudert wird, sondern auch überlegt, was man als nächstes gemeinsam unternehmen könnte. Theaterbesuche in Detmold, Kabarett in Minden, Ausflüge zu Märkten und Veranstaltungen in der Umgebung und immer wieder auch Fahrradtouren durchs Weserbergland gehören zu den regelmäßigen Vorschlägen. Zwar ist Heidrun Korfhage so etwas wie die "Moderatorin" der Frauenrunde, die Organisation der Freizeitvergnügen aber übernimmt jeweils die Frau, der etwas Gutes eingefallen war. "Es sind schon so viele neue Freundschaften entstanden, die auch außerhalb des Single-Treffs bestehen", meint sie. "Zusammen Kochen, zusammen in den Urlaub fahren oder sich auch nur hin und wieder zum Kaffeetrinken zu verabreden - wenn man sowas macht, sieht das leben gleich ganz anders aus." Immer wieder mal wird diskutiert, ob sich der Frauen-Single-Treff nicht auch für Männer öffnen sollte. Aber für Heidrun Korfhage spricht etwas Entscheidendes dagegen: "Es sind ja auch viele Verheiratete dabei, die wahrscheinlich nicht kämen, wenn es wir zu einem gemischten Single-Treff machen würden." Und gerade für Verheiratete ist der Frauentreff manchmal sogar gut für eine Wendung ihrer Ehe. "Manche machen danach wieder viel mehr mit ihren Männern zusammen, weil die vielleicht denken: O, wenn meine Frau zu einem Single-Treff geht, dann muss wohl was geschehen!" Jederzeit können neue Frauen zum Frauen-Single-Treff dazu stoßen. "Die Gruppe lebt ja von den vielen Einzelnen, die sich einbringen!" Kontakt: Wer also Interesse hat, kann sich bei Heidrun Korfhage melden unter (05751) 92 30 59 oder ganz einfach am ersten Sonnabendvormittag im Monat im "Stadtgarten" vorbeischauen.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare