×
Ten Years After rocken das Musikzentrum

Ein Hauch von Woodstock

Hannover. Ihre legendäre 10-minütige Woodstock-Bluesrock-Hymne „I’m Going Home“, brilliant in Szene gesetzt durch Gitarrist Alvin Lee, machte Ten Years After 1969 weltbekannt und läutete zugleich die gigantische Karriere der Band ein. Technische Probleme sorgten damals unter anderem dafür, dass nur dieser Song vom Kamerateam aufgenommen und archiviert werden konnte. Heute touren mit Chick Churchill (Keyboards) und Drummer Ric Lee noch zwei Originalmitglieder der legendären Formation und erwecken mit Bassist Colin Hodgkinson (löste Leo Lyons ab) und dem Gitarristen Marcus Bonfanti (kam für Joe Gooch) die Songs der Gruppe zu neuem Leben.

In dieser zurzeit erstklassigen Besetzung präsentierte sich die Gruppe im vollen Musikzentrum und begeisterte die gefühlte „60 plus“-Fangemeinde mit einer spektakulären Performance. Ohne Zweifel hatte Gitarrist und Sänger Marcus Bonfanti den schwersten Stand, denn egal wer bis dato in die Fusstapfen von Alvin Lee trat – den Vergleich mit dem einstigen Supergitarristen mussten sich alle gefallen lassen. Alvin Lee galt Ende der sechziger Jahre mit seiner knallroten Gibson ES-335 als schnellster Gitarrist weltweit, schrieb fast alle Klassiker der Gruppe im Alleingang und wuchs insbesondere beim Woodstock-Festival über sich hinaus.

Dass an diesem Abend jedoch nicht irgendein Ersatzgitarrist auf der Bühne stand, sondern ein junger, aufstrebender „British Blues Award“-Gewinner, wurde vom sachkundigen Publikum sofort erkannt. Schon nach dem Opener „Sugar The Road“ gab es den ersten lang anhaltenden Applaus für den 27-jährigen Ausnahmegitarristen und Leistungsträger der Band. Immer wieder Zwischenapplaus für Bonfanti, der nicht nur auf seiner Gitarre, sondern auch vokal brillierte.

„Wir sind froh, dass wir mit Colin Hodgkinson einen so „jungen“ Bassisten gefunden haben“, witzelte Drummer Ric Lee und gab der 70-jährigen Basslegende das Startsignal zum „Austoben am Viersaiter“. Das ließ sich der gebürtiger Peterborougher nicht zweimal sagen und beeindruckte die Konzertbesucher mit einem bejubelten Bass-Solo. Das Jesse Fuller Cover „San Francisco Bay Blues“ wurde ohne Zweifel zu einem der instrumentalen Highlights dieses Konzerts. Hodgkinson‘s Basskünste beeindruckten 1985 auch Mick Jagger, der ihn als Studiomusiker für sein Soloalbum „She‘s The Boss“ verpflichtete. Im Musikzentrum war jedoch Colin Hodgkinson der Boss und ließ keine Zweifel aufkommen, dass er auch nach so langer Wirkungszeit noch immer zu den Besten seines Fachs gehört.

Marcus Bonfanti braucht den Vergleich mit Alvin Lee nicht zu scheuen – grandios, was der Gitarrist und Sänger auf seiner Gibson bot. Text und Konzertfotos: Lars Andersen

Kurze Zeit später zelebrierte Drummer Ric Lee die hohe Kunst des Schlagzeugspiels und begeisterte mit einem fulminanten Schlagzeugsolo bei „The Hobbit“. Mit „Love Like A Man“ und den Sonny Boy Williamson Cover „Good Morning Little Schoolgirl“ und „Help Me“ rockte man sich in die Verlängerung. Zum Schluss „I’m Going Home“ und „Choo Choo Mama“ – unverzichtbare Songs bei einem Ten-Years-After-Konzert.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt