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Ein gutes Zeugnis

Die Wahl zum Bürgermeister in Hessisch Oldendorf lässt sich sehr gut mit einem Wort beschreiben. Es lautet „überraschend“. Unerwartet ist dabei nicht, dass der Wahlsieger Harald Krüger (SPD) heißt. Er ging mit einem Amtsbonus ins Rennen, und sowohl als Bürgermeister als auch als Kandidat leistete er einen guten Job. Die Wähler haben ihm ein gutes Zeugnis ausgestellt. Überraschend aber sind drei Dinge. Erstens: dass es bei drei Kandidaten zu keiner Stichwahl kommt. Zweitens, dass Krüger gestern in der ersten Runde noch mehr Zuspruch erhielt als bei der vorangegangenen Wahl. Damals, 2006, hatte er sich noch gegen Hans Joachim Grote (CDU) durchgesetzt, mit 53,5 Prozent der Stimmen. Diesmal, bei einem Wettstreit gegen zwei Kontrahenten, erhielt Krüger 56,7 Prozent der Stimmen. Für ihn ist der Sieg daher ein großer Erfolg. Er geht deutlich gestärkt aus der Abstimmung hervor. Überraschend, wenn nicht erschreckend, ist drittens das Ergebnis von Jochen Huch. Kaum jemand, nicht einmal er selbst, hat damit gerechnet, dass er unter der 40-Prozent-Marke bleiben würde. Im Gegenteil. Er hatte mit deutlich mehr Stimmen gerechnet. Dabei hat sich der politisch unerfahrene Huch nicht viel vorzuwerfen. Einen besseren parteilosen Kandidaten gibt es in der Stadt wohl kaum. Huch ist in Hessisch Oldendorf sehr bekannt und anerkannt. Gedanken aber muss sich die CDU machen, der es nicht gelungen ist, Krüger ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Sie scheiterte zum zweiten Mal an ihm. Zwei Gründe führten dazu. Zum einen hatte es die CDU versäumt, einen Kontrahenten für Krüger aufzubauen, der aus den eigenen Reihen stammt. Einen Gegner also, der über politische Erfahrung verfügt und sich auch deutlicher vom Sozialdemokraten Krüger unterscheidet. Zum anderen gelang es der CDU im Wahlkampf selbst nicht, Huch ausreichend zu unterstützten. Dass er gegen Krüger so deutlich verlor, ist ein Debakel für die Christdemokraten. Verlierer der Bürgermeisterwahl 2014 ist nicht Huch, es ist die CDU in Hessisch Oldendorf.

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