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Europa-Politiker Balz vergisst versprochene Pause und lässt Kreis-CDU auf Ergebnis warten

Ein gefalteter Zettel erhöht die Spannung

Hameln (HW). Der Europapolitiker Burkhard Balz war gerade dabei, den Christdemokraten die Krise der Griechen zu erklären, als CDU-Kreisgeschäftsführer Walter Klemme zum Vorstandstisch schritt, und Hans Peter Thul einen Zettel reichte. Darauf die Namen Otto Deppmeyer und Matthias Koch – das war bekannt und entsprechend stieg die Spannung, sollte doch einer der beiden neuer CDU-Chef im Landkreis Hameln-Pyrmont werden.

Hameln (HW). Der Europapolitiker Burkhard Balz war gerade dabei, den Christdemokraten die Krise der Griechen zu erklären, als CDU-Kreisgeschäftsführer Walter Klemme zum Vorstandstisch schritt, und Hans Peter Thul einen Zettel reichte. Darauf die Namen Otto Deppmeyer und Matthias Koch – das war bekannt und entsprechend stieg die Spannung, sollte doch einer der beiden neuer CDU-Chef im Landkreis Hameln-Pyrmont werden. Doch Thul, bis vor wenigen Minuten noch Vorsitzender des Verbandes, faltete den Zettel und wartete auf die angekündigte Pause des Redners, um den Delegierten das Abstimmungsergebnis und damit seinen Nachfolger verkünden zu können. Das jedoch blieb zunächst ein paar lange Minuten unbekannt, denn Balz machte partout keine Anstalten, seinen Vortrag zu unterbrechen. Er merkte auch nicht, wie die 149 Delegierten, die sich gestern zum Kreisparteitag der CDU im Hotel „Stadt Hameln“ versammelt hatten, um einen neuen Vorstand zu wählen, immer ungeduldiger wurden. Balz redete weiter, sprach von der Wichtigkeit eines stabilen Euros und verteidigte das Milliarden-Paket der Bundesregierung.

Als der EU-Politiker dann aber zu seinem Wasserglas griff, nutzte Thul die Gelegenheit, den Redeschwall zu stoppen: „Abgegeben wurden 149 Stimmen, keine war ungültig. Für Otto Deppmeyer stimmten 82, für Matthias Koch 67 Delegierte. Ich frage Dich, Otto: Nimmst Du die Wahl an?“ „Ja“, antwortete der mit Applaus Gefeierte erleichtert. Er hatte mit einem so engen Ergebnis offenbar nicht gerechnet und war bis zu diesem Zeitpunkt ein paar Mal nervös auf seinem Platz hin und her gerutscht.

Beiden Bewerbern um den Kreisvorsitz war im Vorfeld eine zehnminütige Redezeit eingeräumt worden – in alphabetischer Reihenfolge. Deppmeyer versprach, das Potenzial der Christdemokraten auf die kommenden Kommunalwahlen zu lenken. In seiner Zeit als Landtagsabgeordneter habe er erkannt, dass die Schlagkraft der Kreisverbände deutlich wachse, wenn die Führung mit einem Mandat in Hannover verbunden sei. Gleichzeitig widersprach Deppmeyer seinen Kritikern, nach Ämtern zu streben und dementierte ein Interesse an einer Kandidatur für den Bundestag. „Ich setze auf Kontinuität, dann haben wir auch eine Chance bei der Landratswahl“, sagte Deppmeyer, ohne dies näher zu erklären.

Koch sprach sich dagegen für eine Ämtertrennung aus, würdige jedoch mehrfach die Verdienste seines Mitbewerbers für das Amt des Kreisvorsitzenden. Dass dem JU-Vorsitzenden nachgesagt wird, provokant und polarisierend zu wirken, wertete der Nachwuchspolitiker als Kompliment: „Das allein ist ein Grund für die Ämtertrennung, denn ein Parteichef muss provozieren und polarisieren“, unterstrich er und versprach, neue Zielgruppen erschließen zu wollen.

Am Ende wählte die Basis Erfahrung statt jugendlichem Tatendrang. Otto Deppmeyer, der als Kreisvorsitzender von Thorsten Kellner, Hans-Ulrich Siegmund und Dirk Wöltje vertreten wird, rief den Kreisverband zu Geschlossenheit auf.




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