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Ein Fest der Kulturen mit vielen glücklichen Gesichtern

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Autor:

Jens Rathmann und Christoph Huppert

Essen bringt die Menschen zusammen. Sengül Gürarslan, Perihan Sevinc und Hayriye Demir wissen das, und so rollen sie am Stand des alevitischen Kulturvereins Hameln massenweise hauchdünne Teigfladen aus, füllen sie mit Käse und Spinat und backen sie – und verteilen sie an die Besucher des Abschlussfestes des Aktionsmonats „Kulturelle Vielfalt erleben – Bad Münder zeigt Gesichter“ der Sozialraum-AG. Und nicht nur die Mitglieder des alevitischen Kulturvereins kommen auf diese Weise ins Gespräch, auch an den anderen Ständen in und an der münderschen KGS wird probiert – und miteinander gesprochen. Kartoffelsuppe bei der Frauen Union, Falafel beim Arbeitskreis gegen Ausländerfeindlichkeit, Waffeln bei KGS-Schülerinnen, und auch in der Pfanne von DRK-Koch Frank Wenecken brutzelt es appetitlich.

Mit ihrer weißen Spitzenhaube sieht ein Stückchen weiter Mieke Janssen ein bisschen aus wie eine bekannte Werbe-Ikone für Käse. Doch die 66-Jährige lebt schon seit 33 Jahren in Bad Münder. Zusammen mit der 28-jährigen Dewi aus Indonesien und der Sumba-Trainerin Nicole Abendroth bietet Mieke am Stand des SC Bad Münder für die Aktion „Go Sports“ kalorienstarke Waffeln mit einem Schuss Eierlikör an.

Kunst und Kochen, das ist das Thema, mit dem die Kunstwerkstatt vertreten ist. „Wir hatten die Teilnehmer gebeten, Rezepte aus ihrer Heimat auf kleinformatige Bilder zu malen oder zu fotografieren und aufzuschreiben“, erklären Cornelia Leon-Villgra und Silke Behnke. Entstanden ist eine lange Kette mit Rezepten aus vielen Kulturen. Die beiden Leiterinnen der Kunstwerkstatt blicken ebenso zufrieden auf den Aktionsmonat zurück wie KGS-Leiterin Malihe Papastefanou, Moderatorin der Sozialraum-AG: „Es gab zahlreiche Gelegenheiten, sich mit Kulturen auszutauschen, miteinander ins Gespräch zu kommen, gemeinsame Ideen zu entwickeln, eigene Interessen zu entdecken und neue Freunde zu finden“, sagt sie.

„Mir scheint, als erleben wir hier etwas Wunderbares“, hatte am Morgen noch Bürgermeister Hartmut Büttner die Gäste begrüßt. Nach der multireligiösen Feierstunde lautete sein Appell: „Lasst uns gemeinsam für den Frieden eintreten – hier in Bad Münder, in der Region, in Deutschland, in der Welt. Lasst uns ein Symbol in die Welt tragen.“

Großes Lob für die Aktion der Sozialraum-AG gab’s auch vom Flüchtlingssozialarbeiter des Landkreises, Sven Schnase. „Ich bin sehr zufrieden mit dem, was hier abläuft. Hier trifft sich ein vielfältiges und buntes Publikum. Das ist gelingende Integration. Und das hat Vorbildcharakter für den ganzen Landkreis.“

Eine Einschätzung, der sich auch Petri-Pauli-Pastor Dietmar Adler nur anschließen kann: „Wir sind in Bad Münder in der Tat mit vielen aktiven Organisationen sehr gut aufgestellt. Besonders beeindruckend für mich war die gemeinsame Feier mit Juden, Moslems, Christen und Alleviten am Morgen. Keine Frage, für uns ist das Thema noch lange nicht vorbei. Ganz im Gegenteil. Mit der Familienzusammenführung schlagen wir ein neues Kapitel der Integration auf.“

Beste Unterhaltung liefern unterdessen im Forum der KGS Tanzgruppen wie die der KGS oder des alevitischen Kulturvereins. Trommelgruppen und zauberhafte BIKonelli-Figuren sorgen für Abwechselung – ebenso wie die Show des Umsonstladen-Teams: Chefin Monika Gräfin Adelmann freut sich: „Das war ein voller Erfolg“, stellt sie fest und packt mit ihren Helferinnen Lisa Marx und Helga Jany zahlreiche Hüte wieder in die dazu gehörigen Schachteln. „Hüte Dich!“ lautete der Titel einer Modenschau. Mit dabei auch der Volks- und Trachtenkundler Henning Dormann aus Bad Nenndorf. Seine Feststellung: „Keine Frage, wir sind zu allen Zeiten und in vielen Kulturen stets gut behütet gewesen.“



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