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Schütte hält Altstadt die Treue: "Die Luft wird aber immer dünner" / Schwerpunkt: Service und Lösungen nach Maß

Ein Dienstleister sieht sich "an die Wand gedrückt"

Obernkirchen (who). Vor fünf Jahren hat sich Wolfgang Schütte mit einer zukunftsträchtigen Geschäftsidee in der Obernkirchener Innenstadt niedergelassen. Und wie andere Geschäftsinhaber in der verkehrsberuhigten Zone empfindet er: "Ich fühle mich hier inzwischen an die Wand gedrückt, und frage mich, ob meine Entscheidung für Obernkirchen die richtige Wahl gewesen ist."

In Verbindung mit solidem Fachwissen und einer gehörigen Portion Kreativität hatte Schütte sein "Avantgarde Computersysteme" in der Langen Straße zum Begriff gemacht. Die Alternative für ihn sei damals seine Heimatstadt Vechta gewesen. "Aber Obernkirchen habe ich letztlich als bessere Wahl angesehen", blickt er zurück. Inzwischen hat ihn dieWirklichkeit eingeholt, denn ein Nachbar nach dem anderen hat aufgegeben, was leere Schaufenster und Vermietungsangebote belegen. Er verweist auf die Ironie bei der Geschichte: "Lohne bei Vechta hat sich regelrecht zum Boomtown entwickelt - mit wachsender Bevölkerung und guten Geschäftsmöglichkeiten und in Obernkirchen ist die Luft immer dünner geworden." Vor fünf Jahren noch hat Wolfgang Schütte stetigen Aufwind gespürt. Sein Konzept hat gut funktioniert mit professionellen Dienstleistungen im Hardware- und vor allem im Softwarebereich. Hauptsächlich Endkunden sind seine Klientel geworden, vom Privatnutzer und Feierabend-Surfer über Gewerbetreibende bis hin zu zahlreichen Arztpraxen, die die unkomplizierte und schnelle Hilfe schätzen, wenn's mal klemmt im Computer. Dass bei aller Kompetenz die Geschäfte heute mäßiger laufen als am Anfang, schreibt Schütte zum Großteil der übermächtigen Konkurrenz der Technik-Discounter zu. Deshalb habe er frühzeitig auf Service gesetzt "und auf maßgeschneiderte Computerkonfigurationen für die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Kunden". Trotz Flexibilität und manchem Extra für die Kunden seien die Geschäfte spürbar zurückgegangen. "Ich fühle mich an die Wand gedrückt und das nicht nur von den großen Wettbewerbern, sondern hauptsächlich durch Verschlechterungen in Verbindung mit der grassierenden Innenstadtverödung in Obernkirchen." Eine Verbesserung sei für ihn persönlich nur vorstellbar durch die teilweise Rücknahme der Verkehrsberuhigung, ist sich Schütte sicher: "Wenigstens eine Einbahnstraßenregelung müssten wir bekommen, dann könnte die Innenstadt vielleicht wiederbelebt werden, nur es müsste schnell etwas passieren", hofft er. Deshalbwill der junge Unternehmer nicht aufgeben und seinen Kunden und Obernkirchen die Treue halten, auch wenn es durchaus anstrengend ist, durchzuhalten. Die Dienstleistungs- und Hardwarelösungen von Avantgarde Computersysteme sind nach wie vor wettbewerbsfähig, ist sich der Wahl- Obernkirchener sicher. Seine Schulungen für Einsteiger und Fortgeschrittene bei Softwareseminaren lassen zwar immer noch zahlreiche Interessenten den Weg in die "ruhige Geschäftslage" in der Langen Straße finden. Allerdings seien es früher wesentlich mehr gewesen: "So wie diejenigen, die inzwischen in Hartz IV gefallen sind und sich heute gar nichts mehr leisten können oder wie viele Berufstätige, bei denen man merkt, dass sie immer mehr sparen müssen." Schütte legt Wert darauf, dass er nicht klagen, sondern weiter nach Lösungen streben will. Dabei sei er auch bereit unkonventionelle Wege zu gehen. Aktionspreise sind ein Teil davon oder die kostengünstige Aufrüstung und Neukonfiguration, die den Kauf des neusten Modells vermeiden hilft. Dass Teilzahlungsmöglichkeiten manchem User die Neuanschaffung erleichtern, hat der rührige Unternehmer inzwischen ebenfalls wiederholt erlebt. "Inzwischen komme ich mir ja schon ein wenig vor wie eine kleine Privatbank," lächelt er und merkt an: "so etwas fällt natürlich noch leichter, wenn man sich schon gegenseitig kennt und vorher zusammengearbeitet hat oder wenn jemand aus der Familie des Kunden zum Beispiel vorher ein Berufspraktikum durchlaufen hat..."




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