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Hameln-Pyrmonts Städte und Gemeinden haben jetzt ein Integriertes Klimaschutzkonzept

Ein CO2-Ausstoß von 8,9 Tonnen pro Einwohner

Hameln-Pyrmont (HW). Die Städte und Gemeinden im Landkreis Hameln-Pyrmont verfügen jetzt über ein Integriertes Klimaschutzkonzept. Die weit mehr als 200 Seiten sollen nun als Grundlage dienen, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu reduzieren und langfristig eine vollständige CO2--Neutralität mit Deckung des Energiebedarfs für Strom und Wärme durch erneuerbare Energien aus Ressourcen der heimischen Region zu erreichen. „Es ist ein ganz, ganz breites Werk, das im vorgegebenen Zeitplan erstellt worden ist. Und da bin ich besonders stolz drauf,“ sagte Andreas Manz, Wirtschaftsförderer im Hamelner Kreishaus.

Hameln-Pyrmont weist eine überdurchschnittliche Stromproduktion

Unter Federführung des Landkreises ist das Konzept in einem einjährigen Prozess erarbeitet worden. Daran beteiligt waren das Klima-Bündnis e.V. in Frankfurt am Main, das Energie- und Umweltzentrum am Deister e.V. und das Büro KoRiS (Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung). Während der Konzepterarbeitung wurden alle Städte, Gemeinden und regionalen Akteure aus Bürgerschaft, Wirtschaft, Umweltverbänden, Politik und Handwerk intensiv eingebunden. Bei der Datenerhebung wirkten die Städte und Gemeinden, die Energieversorger und die Schornsteinfeger mit.

Die Energie- und CO2-Bilanz dokumentiert für das Bezugsjahr 2007 den Strom- und Wärmeverbrauch der Kommunen und gibt einen Überblick der verursachten CO2-Emissionen. Für den Landkreis Hameln-Pyrmont wurde ein CO2-Ausstoß von 8,9 Tonnen pro Einwohner und Jahr errechnet. Ein Wert unter dem Bundesdurchschnitt, der 2007 bei zehn Tonnen lag. Die CO2-Emissionen der Wirtschaft liegen mit 2,3 Tonnen pro Einwohner und Jahr sogar deutlich unter dem Bundeswert von 4,9 Tonnen. Dafür aber liegen die Emissionen der privaten Haushalte und des Verkehrs über dem Bundesdurchschnitt, was jedoch für ländliche Regionen typisch sei, wie Dieter Frauenholz vom Büro KoRiS bei der Präsentation des Klimaschutzkonzeptes vor dem Kreisausschuss für Umwelt und erneuerbare Energien betonte.

Dafür weist der Landkreis Hameln-Pyrmont eine überdurchschnittliche Stromproduktion aus erneuerbaren Energien auf. Der Durchschnitt lag 2007 bei etwa 27 Prozent des örtlichen Stromverbrauchs, der Bundesdurchschnitt dagegen bei rund zwölf Prozent. „Die Aufteilung in die Sektoren private Haushalte, öffentliche Einrichtungen und Wirtschaft ermöglicht sehr detaillierte Aussagen zu den Strom- und Wärmeverbräuchen in den einzelnen Kommunen und damit für die Einschätzung der ortsspezifischen Potenziale. Diese Analyse zeigt auf, dass die vom Landkreis formulierten Ziele im Zusammenspiel von Energieeinsparungen und dem Ausbau erneuerbarer Energien erreicht und sogar übertroffen werden können“, betonte Frauenholz.

Der Landkreis Hameln-Pyrmont hat sich zum Ziel gesetzt, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um mindestens 20 Prozent zu senken. Langfristig wird sogar eine vollständige CO2-Neutralität mit der Deckung des Energiebedarfs für Strom und Wärme durch erneuerbare Energien aus heimischen Ressourcen angestrebt. Bei allen Investitionen in kreiseigene Gebäude und den Fuhrpark soll deshalb fortan der Aspekt des Klimaschutzes konsequent berücksichtigt werden.

Das Integrierte Klimaschutzkonzept für den Landkreis Hameln-Pyrmont sowie seine Städte und Gemeinden soll anknüpfend an bisherige Klimaschutzaktivitäten eine Handlungsgrundlage für die Entwicklung und Umsetzung maßgeschneiderter Projekte im Landkreis und in den dazugehörenden Kommunen schaffen, um durch gemeinsame Aktivitäten die gesetzten Ziele zu erreichen.

Dazu gehört es, auch den Bürgern Anregungen zu geben und ihre Eigeninitiative zu unterstützen werden. „Man muss Visionen haben und es wird Geld kosten. Die Politik trifft die Entscheidungen, aber wir haben nun eine Grundlage, was wir machen könnten. Die Zukunft wird zeigen, was machbar ist“, erklärte Manz.

Vorbehaltlich der politischen Zustimmung durch den Kreistag am 15. Juni soll das jetzt vorliegende und vom Bund mit rund 220 000 Euro geförderte Klimaschutzkonzept – der Anteil des Landkreises beträgt etwa 55 000 Euro – in den einzelnen Städten und Gemeinden Hameln-Pyrmonts in öffentlichen Veranstaltungen Interessierten vorgestellt werden.

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