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Katrin Engelking zeigt Schülern ihre Malkünste / Pippi Langstrumpf illustriert

Ein bisschen Tinte hier, ein paar Striche dort - eine Bilderbuchkarriere

Bückeburg (mig). Eine Bilderbuch-Karriere. Ein bisschen Tinte hier, ein paar Striche dort: Um ihre Arbeit vorzustellen, braucht Katrin Engelking nur ein weißes Blatt Papier und einen Stift. "Die Hände zu malen ist immer am schwersten", sagt sie und haucht ihrer kleinen Figur mit sicherem Strich Leben ein. Die Kinder der 4 a und 4 b der Grundschule am Harrl erkennen das Mädchen mit den abstehenden Zöpfen und den langen Schuhen sofort: "Das ist Pippi Langstrumpf!"

Engelkings Illustration des Lindgren-Dreiteilers ist der vorläufige Höhepunkt einer Karriere wie aus dem Bilderbuch. "Pippi Langstrumpf zu zeichnen, war eine ganz große Ehre für mich", erklärt die gebürtige Bückeburgerin. Aus dem Handgelenk zeichnet die Künstlerin den Umriss einer Pippi-Figur auf die Projektorfolie - Punkt, Punkt, Komma, Strich - fertig. "Du machst das aber schnell", wundert sich ein Knirps in der ersten Reihe. "Das war der Zeichenbeweis", antwortet Engelking. Anschließend erzählt die Hamburgerin (Jahrgang 1970) den Viertklässlern von einer persönlichen Begegnung mit Astrid Lindgren. Auf einer Geburtsfeier des Oetinger-Verlags hat sie die Kinderbuchautorin kennengelernt und durfte sogar einige Zeit mit ihr sprechen. "Weil sie schlecht sehen konnte, hatte siedie ganze Zeit ihre Hand in meiner. Ich hätte am liebsten einen Kniefall vor ihr gemacht", sagt Engelking heute. Die ersten beiden Bände des Pippi-Dreiteilers sind im vergangenen Jahr zum Astrid-Lindgren-Jubiläum erschienen. Der abschließende Band kam in diesem Frühjahr in die Buchläden. "Ichhabe viel Fan-Mails bekommen und mich auch sehr darüber gefreut", sagt Engelking. "Ausprobiert" hat die gefragte Illustratorin die Bilder an ihren eigenen Kindern: "Ich habe zwei Kinder, die damals beide im besten Pippi-Alter waren. Die haben abends dann immer nach den Zeichnungen gefragt." Neben den Büchern über das ewige Mädchen kennen die Grundschüler aber auch anderes von Engelking. Die Erstlesereihe: "Laterne, Laterne", "Wolfgang Amadeus Maus", "Das Flüstern der Engel", "Flo lädt ein" und natürlich "Anna wünscht sich einen Hund". In den ehemaligen Klassen-Räumen erinnert sich Engelking dann an ihre eigene Schulzeit. "Ich bin sogar mal sitzengeblieben", sagt sie den Schülern und meint lächelnd: "Es ist trotzdem was aus mir geworden." Während der Schulzeit hat sie vor allem den Kunstunterricht geliebt ("immer eine Eins"), später lernte sie an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg. Noch während des Studiums nimmt sie als eine der Jüngsten an einer Ausstellung teil und hat großes Glück. Ihr Bild zum Thema "Alice im Wunderland" erringt das Interesse gleich dreier Verlage. Inzwischen hat sie dutzende Bücher illustriert und arbeitet unter anderem mit den Verlagen Oetinger, Fischer, Rowohlt und Ravensburger zusammen. Bei Kindern und Lehrern kam der unterhaltsame Werkstatt-Bericht gut an; vor allem die Dias vom Arbeitsplatz stießen auf großes Interesse. "Ich möchte den Kindern aus der Praxis erzählen und ihnen zeigen, wie die Bilder entstehen", sagt Engelking. Ihr Rat an den Nachwuchs: "Ich habe früher alles mitgemacht, was mit Kreativität zu tun hatte." Wer sich für Katrin Engelking interessiert, hier ihre wundervolle Homepage: "www.Katrin-engelking.de".




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