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Ein Besuch im möglichen Bestattungswald bei Eimbeckhausen

EIMBECKHAUSEN. Viele Diskussionen in Ortsräten drehten sich jüngst um dasselbe Thema: die Möglichkeit, das Angebot der Bestattungsformen in Bad Münder durch einen Wald zu erweitern. Dem vermehrten Wunsch nach Waldbestattungen kann die Stadt selbst nicht nachkommen, da sie über keine geeigneten Flächen verfügt.

Knapp einen Kilometer von Eimbeckhausen entfernt liegt das Waldstück, in dem Bestattungen möglich werden könnten. Grafik: Storch
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Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite

Familie Stölting aus Eimbeckhausen hatte der Verwaltung allerdings bereits vor sechs Jahren vorgeschlagen, auf einer privaten Fläche einen Bestattungswald anzubieten. Damals bestand vonseiten der Stadt kein Interesse – und auch jetzt, da das Thema aufgrund der neuen Friedhofssatzung wieder in den Vordergrund rückt, sind die Reaktionen in der Politik gemischt. Die NDZ hat sich das Waldstück einmal angesehen.

Fünf Hektar, einige Hundert Bäume und in nur wenigen Minuten mit dem Auto über einen Feldweg von Eimbeckhausen aus zu erreichen – das sind die Eckdaten des kleinen Gebietes. „Der Wald ist idyllisch und trotzdem nah am Ort gelegen, und die Buchen, die hier stehen, sind zum Teil 100 Jahre alt“, erzählt Annette Stölting, deren Familie das Waldstück gehört.

Doch gerade weil das Wäldchen nahe am Ort liegt, hatten bei der jüngsten Sitzung des Ortsrats Eimbeckhausen einige Einwohner die Sorge geäußert, durch den zusätzlichen Verkehr könne eine Lärmkulisse für die Anwohner entstehen – ähnlich wie es im Ruheforst Deister bei Bredenbeck der Fall sei. Auch entlang des Feldweges in Eimbeckhausen, der zu dem Forststück führt, stehen einige Häuser. Der Ortsrat Eimbeckhausen entschied, diese Bedenken im Vorfeld prüfen zu lassen.

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Hier wären Beisetzungen denkbar. Fotos: Lindermann

„Ich glaube nicht, dass es so wird wie in Bredenbeck“, ist jedoch Annette Stölting überzeugt. „Der Ruheforst dort liegt im Einzugsgebiet von Hannover. Viele Wanderer nutzen den Parkplatz des Ruheforstes, um von dort aus Touren zu starten. Das wäre hier bestimmt nicht der Fall.“ Dennoch könne man dem entgegenwirken, etwa, indem man lediglich einen kleinen Parkplatz mit drei bis vier Stellplätzen baue, für die Leute, die tatsächlich zum Bestattungswald wollten. „Für Beerdigungen oder ältere Leute, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, könnten wir auch einen Transport mit einer Pferdekutsche aus dem Ort bis zum Wald anbieten“, sagt Stölting.

Pläne gibt es genug. So soll in der Mitte des Waldes ein kleiner Gedenkplatz mit Bänken entstehen. Bis zu zwölf Urnen könnten an einem Baum beerdigt werden, ringförmig angeordnet wie eine Uhr, immer mit drei Metern Abstand zum Stamm – „sonst könnten die Wurzeln beschädigt werden“, erklärt die Eigentümerin. Auf diese Weise könnte sich eine Familie bereits zu Lebzeiten einen Baum auswählen, meint sie, aber auch von ungewöhnlicheren Methoden hat sie schon gehört: „Anderswo lassen sich auch Vereine gemeinsam an einem Baum bestatten.“ Die Urnen bestehen aus Maisstärke und zerfallen bereits nach wenigen Wochen.

Bislang würden die Stöltings ein etwa fünf Hektar großes Stück Wald zur Verfügung stellen, mit der Option auf mehr. Den Bestattungswald würde die Familie in Privatbetrieb betreiben. „Dafür müsste nur der Flächennutzungsplan geändert werden und die Stadt müsste uns das Bestattungsrecht übertragen“, sagt Stölting. Darüber muss jedoch nun zunächst die Politik entscheiden.



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