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Das Ausflugsziel besteht seit 111 Jahren / Am Sonntag Fest mit Musik und Vorführungen

Ein besonderes Datum für Süntelturm-Freunde

Bad Münder (jhr). Ihr Arbeitsplatz atmet Geschichte – und so erklärt sich auch ganz einfach, dass Carola Hartmann kaum einen Tag verbringt, an dem sie nicht eine neue Erinnerung, eine neue Anekdote oder ein neues Detail aus der Geschichte des Ausflugslokals erfährt, in dem sie die Gäste bewirtet. Carola Hartmann ist Wirtin des Süntelturms, und der thront seit 111 Jahren hoch auf dem Süntelkamm. Am Sonntag, 21. August, wird die besondere Jahreszahl mit einem Fest und vielen Aktivitäten gefeiert.

Wirtin Carola Hartmann vor dem großen Steinquader in der heutigen Gaststube, der im Jahr 1900 in den Turm eingearbeitet wurde.

In der Gaststube des Turms erinnern zahlreiche Bilder und Karten an die Geschichte des Turms, die auch eng mit Herman Löns verknüpft ist. Der später zu Ruhm gelangte „Heidedichter“ war als Lokalredakteur des Hannoverschen Tageblatts bereits bei der Grundsteinlegung im September 1899 anwesend und pafft auf dem offiziellen Foto der Grundsteinlegung eine dicke Zigarre. Dass der Hannoveraner anwesend war, erklärt sich auch aus dem Herkunftsort der Bauherren: Der „Alte Hannoversche Gebirgsverein“ verband sein zehnjähriges Bestehen mit der Grundsteinlegung. Zuvor hatte es bereits einen hölzernen Aussichtsturm nur wenige Meter entfernt gegeben. Für rund 7000 Mark errichtete die mündersche Firma Schlossmann den stattlichen Turm, den Architekt Ernst Grelle entworfen hatte.

Als 1901 der neue Bau eröffnet wurde, strömten rund 1500 Wanderer aus nah und fern zum Turm an der „Hohen Egge“. Ein Ansturm, über den sich 111 Jahre später die Wirtin sicher freuen würde. Viele Gäste, die sie heutzutage in der Gaststube begrüßt, kommen regelmäßig. Horst Duschek beispielsweise, der den Turm in den Sommern 1952 und 1953 regelmäßig besetzte – und für die heimischen Feuerwehren Ausschau nach den gefürchteten Rauchsäulen hielt, die von Bränden kündeten. „Nur einmal musste ich Alarm geben – aber das war nur angemeldetes Feuer, das mir nicht gemeldet worden war“, berichtet er. Heute nutzt er den Süntelturm als Wanderziel – und zum Plausch mit der Wirtin.

Die serviert ihren Gästen, wie schon vor ihr die Familien Brandes und Sagebiel, Erfrischungen wie auch deftige Brotzeiten und Suppen, eben genau das, wonach Wanderer verlangen. Und sie kennt auch die Vorlieben: „Die Holländer bestellen Kaffee – immer“, sagt sie. Dass das Publikum zeitweise durchaus international ist, verdankt der Süntelturm seiner Top-Lage, direkt am Europäischen Fernwanderweg E1.

Europa ist am Turm auch in anderer Hinsicht ein Thema: Gerade erst wurde die aufwändige Sanierung abgeschlossen, die in weiten Teilen durch EU-Fördergelder finanziert wurde. „Die Besucher sind begeistert vom hell strahlenden Turm“, sagt Hartmann.

• Zum 111-jährigen Bestehen werden am Sonntag über den Tag verteilt der Posaunenchor Bad Münder und der Tanzkreis Haddessen auftreten, Uwe Nötzel trägt Folksongs vor, Karen Uecker präsentiert eine Show mit ihren „Dancing Dogs“. Mit Folk wird sich auch die Band Sixpack am Programm beteiligen. Serviert werden neben frischem Bier vom Fass und Bratwurst auch leckere Eintöpfe.



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