×

Eimbeckhausen schießt den Vogel ab

EIMBECKHAUSEN. Dieser Wettbewerb war bereits fest im Kalender der Eimbeckhäuser Schützen verankert, als das Vogelschießen am Deister noch erlaubt war. Der sportliche Wettkampf, bei dem auf einen kunstvoll verzierten Holzadler angelegt wurde, fand regelmäßig im Schützenhaus statt.

Autor

Gert Mensing Reporter

Auch bei der jüngsten Auflage war aus einer dünnen Holzplatte wieder die Figur eines stattlichen Vogels geschnitten worden. Annika Klose, Tochter des Vereinsvorsitzenden Heinrich Schomburg, hatte den Vogel bemalt – nicht das erste Objekt, gestaltet sie doch Jahr für Jahr auch für die Königsscheiben im Stuhldorf. Zehn Meter vom Schießstand entfernt wurde der bunte Vogel auf einem Holzstab aufgebaut.

Das Ritual des Vogelschießens in Eimbeckhausen bietet einige Eigenheiten: Nicht nur, dass ein Teil des Holzvogels nach dem anderen abgeschossen werden muss – auch die Schützen müssen sich in besonderer Reihenfolge abwechseln. Geschossen wird im Sitzen, das Kleinkalibergewehr aufgelegt. Der Schütze muss umgehend nach dem Schuss den Stuhl nach rechts verlassen, während der nächste Schütze bereits auf seiner linken Seite waret. Wer sich nicht an die Regeln hält, gar seinen Einsatz verpasst – Ausnahmen sind nicht vorgesehen – der muss ein Strafgeld entrichten. Querschläger auf ein falsches Teilstück werden ebenfalls bestraft, auch das Treffen einer Glasflasche, die unter dem Holzvogel hängt, hat eine ganz eigene Bedeutung: Der Schütze qualifiziert sich für eine Lokalrunde beim abendlichen Grillen.

Letztlich war es Bettina Neumann, die Klaus Mertens zum neuen Vogelkönig schoss. Denn nicht derjenige, der final den Rumpf und damit das letzte Teilstück trifft, gewinnt. Der vorletzte Schütze trägt den Sieg davon. Und das war Mertens, der allerdings bereits Vorarbeit leistete. Denn der Rumpf hatte sich bereits „ergeben“, wie erfahrene Schützen mit fachmännischem Blick festgestellt hatten. Fritz Martens holte mit dem linken Flügel und dem Stoß (Schwanz) bereits zwei Teilstücke und schoss ganz am Ende auch noch den dünnen Faden ab, an dem man die Flasche befestigt hatte. Für den Schützenvorsitzenden Heinrich Schomburg blieben der rechte Flügel und der Kopf übrig.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt