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Sieben Monate Haft auf Bewährung für gefährliche Körperverletzung

Eifersucht in der Silvesternacht - Freund schlägt und tritt zu

Stadthagen (men). Häusliche Gewalt ist keine Privatsache: In der Anklageschrift gegen einen ehemaligen Stadthäger, der am Morgen nach Silvester seine damalige Freundin verprügelt hatte, wurde von der Staatsanwaltschaft vielmehr das "besondere öffentliche Interesse" an der Strafverfolgung hervorgehoben. Das Verfahren vor dem Amtsgericht ist jetzt mit der Verurteilung des 39-Jährigen zu sieben Monaten Haft auf Bewährung zu Ende gegangen.

Mit diesem Strafmaß lag Richterin Gönna Freifrau von Blomberg deutlich über dem Antrag des Verteidigers. Rechtsanwalt Ralf Jordan hatte für seinen Mandanten eine geringe Haftstrafe mit der anschließenden Umwandlung in eine Geldstrafe gefordert. Der Angeklagte war nach einem Streit aus Eifersucht auf einer privaten Silvesterparty gewaltsam in die gemeinsame Wohnung in Stadthagen eingedrungen und unverzüglich über die 26-Jährige hergefallen. Er zergelte sie an den Haaren, schlug sie mit dem Kopf gegen die Balken in der Wohnungsschräge und hat mehrfach auf die am Boden Liegende eingetreten. Mit Blutergüssen und multiplen Prellungen kam die junge Frau noch glimpflich davon. "Glatt gelogen", hatte nach Ansicht des Staatsanwaltes der Mann, der vor Gericht das Geschehen mehr oder weniger als Form von Notwehr geschildert hatte. Selbst der Verteidiger formulierte, dass die Ereignisse durch seinen Mandanten "nicht richtig wiedergegeben worden sind". Die gefährliche Körperverletzung durch den Angeklagten sei "völlig klar", räumte Rechtsanwalt Jordan im Plädoyer ein und fügte hinzu, man könne "mit Anstand auch gar nichts anderes dazu sagen". Während des Verfahrens zuvor hatte er vergeblich versucht, die Glaubwürdigkeit der geschlagenen Frau zuerschüttern. Vorhaltungen hatte die Frau aber selbstbewusst pariert und patzige Wortwechsel heraufbeschworen. Zeitweilig unterbrach die Richterin die Verhandlung, um über die Zulässigkeit von Fragen an die Zeugin zu entscheiden. Im Hinblick auf ein günstiges Urteil rückte der Verteidiger in seinem Plädoyer den möglichen Alkoholkonsum seines Mandanten in den Mittelpunkt. Dessen erhebliche Alkoholisierung sei nicht auszuschließen, plädierte Jordan für mildernde Umstände. Seine Argumentation setzte sich bei der Strafrichterin auch durch, nur genützt hat es nicht viel. Von Blomberg blieb im Strafmaß nur einen Monat unter dem Antrag des Anklägers, und sie lag weit über den Erwartungen des Verteidigers. Ungünstig aufgefallen war der Richterin, dass der Angeklagte "im Nachhinein kein großartiges Unrechtsbewusstsein" gezeigt, sondern den Vorfall "bagatellisiert hat".




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