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Ehrliche Dialoge statt Zwietracht

Hachmühlen. „Das vergangene Jahr hat uns eine Menge Zwietracht, Neid und Unverständnis gebracht“, sagte Kirchenvorsteher Ralf Flügge-Kranz auf seiner Ansprache beim Neujahrsempfang der evangelisch-lutherischen St.-Martin-Kirchengemeinde Hachmühlen. „Von den tiefen Wunden resultieren unschöne Narben“, erklärte er im Hinblick auf die in Grabenkämpfen ausartenden Diskussionen um die geplanten Windkraftanlagen in der Hachmühler Feldmark.

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Vor genau einem Jahr hatte Flügge-Kranz auf dem Neujahrsempfang diese Neuigkeit der Öffentlichkeit vorgestellt. Er habe damals allerdings damit die Hoffnung verbunden gehabt, dass alle Beteiligten vertrauensvoll miteinander umgehen und sich fair begegnen würden. Bedauerlicherweise sei das Gegenteil eingetreten. Ähnlich wie im Fall Maststallbau in Nettelrede hätten sich zwei Lager gebildet – mit unversöhnlich anmutenden Positionen. Gegenwärtig sei ein wenig Ruhe eingekehrt durch das noch andauernde Bauleitplanverfahren zur Ausweisung von Flächen von Vorranggebieten. Zu befürchten sei allerdings, dass „die alten Gräben wieder freigeschaufelt“ würden, sobald ein Windenergiepark für Hachmühlen ausgewiesen würde. „Deshalb wünsche ich mir nach wie vor, dass beide Lager in einen offenen und ehrlichen Dialog eintreten“, so Flügge-Kranz.

Im Ausblick aufs neue Jahr erwähnte der Kirchenvorsteher die pfarramtliche Vertretung für die Flegesser Kirche durch Pastorin Frauke Kesper-Weinrich mit dem kleinen Vorteil, dass die Hachmühler Grundschulkinder dadurch „ein bisschen Heimat in der Schule“ hätten. Das große Gemeindefest am 24. Mai werfe, gewissermaßen als Ersatz für ein Dorfgemeinschaftsfest, bereits seine Schatten voraus und verlange nach vielen fleißigen Händen. Baulich müsse auch wieder etwas geschehen: Die Kirche sei zu feucht und eine automatische Be- und Entlüftung müsse her. Als Kostenrahmen seien etwa 20 000 Euro angegeben, wobei vom Kirchenkreis ein Zuschuss bewilligt sei. Schließlich sei noch eine Überholung der in die Jahre gekommenen Kirchturmuhr vonnöten. Es sei einfach unzumutbar, dass wöchentlich die Uhr per Turmbesteigung von Hand auf die genaue Zeit eingestellt werden müsste.

Ortsbürgermeister Hartwig Möller stellte in seiner Ansprache „mit großer Freude einige Neubürger vor“, die sich teils durch Neubau auf Wehrmannsfeld oder in Altimmobilien als Wohnsitz für Hachmühlen entschieden haben. Als größte Gemeinschaftsaufgabe erinnerte er an den zukünftigen Sanierungsplan für die Turnhalle. Hier würde schließlich nicht nur Sport getrieben. Das Haus müsste auch für alle denkbaren größeren Veranstaltungen herhalten. Er dankte insbesondere Harald Schrader, dem Vorsitzenden des TSV, für sein erfolgreiches Engagement den Hallennutzungsvertrag mit der Stadt betreffend. Möller wies beim Blick nach vorn auf die Vorbereitungen für das große Dorfjubiläum in 2017 hin und wünschte sich viele fleißige Helfer dafür.

Im Rahmen des vorangegangenen Festgottesdienstes hatte Kirchenvorstandsmitglied Detlef Schmidt die Gemeinde zu einer Prozession in die mit Sinnsprüchen präparierte Sakristei gebeten. Jeder kam wieder heraus mit einem Krönchen und dem Spruch „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob!“ Alles passte zu der großen Projektion an der Altarrückwand mit versteckten drei Heiligen Königen. Pastorin Kesper-Weinrich hatte Urkunden, Geschenke und ehrende Worte für langjährige treue Mitarbeiter parat: Marianne Flügge-Kranz stellte seit 40 Jahren, ihr Sohn Ralf seit 20 Jahren, Uta Herbst ebenfalls seit 20 Jahren und Inge Thaler sogar seit 45 Jahren ihre Kräfte als stets verlässliche ehrenamtliche Helfer in den Dienst der Gemeinde. Musikalisch hatten der Posaunenchor unter Leitung von Karl Schnelle sowie der Gottesdienstchor mit Stefan Bothur (auch an der Orgel) den Gottesdienst umrahmt. Bei Sekt, Schnittchen und Kaffee hatten die Besucher im Gemeindesaal abschließend Zeit zum Klönen, während Michael Küster seine Martini-Laternen verkaufte.gho



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