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Ehrenamtliche Hilfe für Taifun-Opfer

Bad Münder/Ormoc. Fast zwei Wochen vor Ort in einem Gebiet, in dem die Menschen kaum mehr als ihr Leben retten konnten – und einige nicht einmal das. Lutz Fricke leitet den Einsatz des Nothilfeteams der Johanniter in Ormoc, einer Hafenstadt auf der westlichen Seite der Insel Leyte. Am 8. November verwüstete der Taifun „Haiyan“ weite Teile der Philippinen, wenige Tage später machte sich der Münderaner gemeinsam mit elf anderen Mitgliedern eines sogenannten Medical Emergency Response Teams ( MERT ) der Johanniter auf den Weg. Zum Team gehören Notärzte und Rettungsassistenten sowie Logistikexperten und erfahrene Koordinatoren – wie Fricke, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Polizei in Springe, der bereits nach dem Erdbeben auf Haiti zu den Helfern vor Ort zählte.

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In Ormoc unterstützen Fricke und sein Team die philippinischen Partnerorganisation „Balay Mindanaw“. Zu den vordinglichen Aufgaben gehört es, vor Ort dringend benötigte medizinische Hilfe zu leisten. Vier der fünf Krankenhäuser der 200 000-Einwohner-Stadt Stadt wurden vom Taifun zerstört. „Alles konzentriert sich nun auf das eine noch funktionsfähige Krankenhaus vor Ort, das mit dem Andrang an Hilfesuchenden völlig überlastet ist“, beschreiben die Johanniter die Situation. Hoch geschätzt wird ihre Arbeit nicht nur von den Betroffenen, sondern auch von den Behörden vor Ort. Fricke berichtet von einem Gespräch mit lokalen Regierungsvertretern: „Insbesondere der Umstand, dass es sich bei den deutschen Helfern um ausschließlich ehrenamtlich tätige Helfer handelt, beeindruckt die philippinischen Gastgeber sehr.“ Auch die Koordination mit den anderen vor Ort agierenden Organisationen trage weiter Früchte, berichtet der Münderaner. Über eine französische Hilfsorganisation wurde der Kontakt zu der Leiterin der staatlichen Gesundheitsstation im Distrikt San Pablo hergestellt. Sie trägt die Verantwortung für 17 Gemeinden nördlich von Ormoc, in denen die Wasserversorgung noch nicht wieder funktioniert. Neun tragbare Wasserfilterstationen überreichte Fricke – die sind nur rund 20 Kilo schwer und können auch zu Fuß oder auf Kleinmotorrädern in die mit dem Auto nicht erreichbaren Dörfer gebracht werden.

Für Fricke nähert sich sein Einsatz dem Ende – der größte Teil seines Teams ist am Wochenende durch das zweite „MERT“ abgelöst worden. Er selbst ist noch mit der Übergabe und der Einführung des zweiten Teams befasst – voraussichtlich morgen Nachmittag trifft er wieder in Hannover ein.jhr

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