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E-Autos: Mehr Zulassungen im Landkreis - Tipps für den Winter

BAD MÜNDER / HAMELN / FLENSBURG. In Deutschland sind 2020 deutlich mehr Elektroautos auf die Straßen gekommen als im Vorjahr. 394 940 E-Autos wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg neu zugelassen. 2019 waren es rund 108 000. Doch es gibt auch Zweifel an der Alltagstauglichkeit, vor allem im Winter. Was ist dran?

Autor:

Isabelle Modler, Jan Petermann und Lars Lindhorst

Hameln-Pyrmont geht beim deutschlandweiten Trend mit: Die Zahl der Elektrofahrzeuge auf den Straßen des Landkreises ist deutlich gestiegen. Fast dreimal so viele Autos mit Elektroantrieb sind 2020 im Vergleich zum Vorjahr vom Straßenverkehrsamt neu zugelassen worden. Nach Angaben der Kreisverwaltung handelt es sich dabei im Jahr 2019 um 78 reine E-Fahrzeuge und 187 Hybrid-Fahrzeuge (insgesamt 265); im vergangenen Jahr sind 692 Fahrzeuge mit reinem oder kombiniertem Elektroantrieb zugelassen worden (315 reine E-Fahrzeuge und 377 Hybrid-Fahrzeuge in Kombination mit Verbrennungsmotor).

Die Autos mit dem E ganz rechts im Kennzeichen werden offensichtlich beliebter, auch wenn es hier und da Kritik an der Alltagstauglichkeit der E-Fahrzeuge gibt. Erst kürzlich hatte der TÜV Nord auf Probleme hingewiesen, die besonders bei kalter Witterung zutage treten würden.

Auch wenn die Akkus stetig verbessert und durch intelligente Technik optimiert werden, hieß es in einer Pressemitteilung des TÜV, setzt ihnen die Kälte dennoch zu. So verringere sich die Kapazität bei minus fünf Grad etwa um die Hälfte. Dies begründe sich zum einen im erhöhten Energieaufwand durch den Betrieb der Heizung.

Zum anderen beeinflussen die niedrigen Temperaturen die Leitfähigkeit innerhalb der Batterie negativ, wodurch der Wirkungsgrad des Energiespeichers sinkt. Die Empfehlung des TÜV: Fahrer von E-Autos sollten sich besser wärmer anziehen, damit die Heizung des Fahrzeugs nicht so viel Energie verbraucht.

Eine Sicht, die Julia Maulhardt, in Hameln tätige Beraterin für Elektromobilität, nicht teilt. Sie sagt: Warm anziehen sei ein eher überholter Rat des TÜV. Wenn E-Autofahrer bestimmte Dinge schon beim Kauf des Wagens berücksichtigten, dann gebe es auch kein Problem mit einem zu kalten Fahrzeuginnenraum. Auch Maulhardt bestätigt, dass die generellen Reichweitenangaben der Hersteller im Winter unrealistisch seien. Laut ADAC müssten E-Autofahrer damit rechnen, dass an kalten Tagen die Reichweite im Schnitt um 10 bis 30 Prozent sinkt.

Um die Energie aber nicht auch noch für die Fahrzeuginnenraumtemperatur zu verschwenden, sollten Käufer von E-Autos auf große Glasflächen oder Glasdächer verzichten, dafür beim Kauf aber auf eine Wärmepumpe achten. Auch eine Sitz- und Lenkradheizung sei sinnvoll. Wenn die Klimaanlage des Fahrzeugs bei der Fahrt dann auf 21 Grad eingestellt wird, mit gleichmäßiger Geschwindigkeit gefahren und nur „mäßig“ beschleunigt wird, dann sollte es der Fahrer im E-Auto auch warm haben, betont Julia Maulhardt. Es kommt eben auf die Fahrweise an.

Und auch bereits beim Parken könnten E-Autofahrer laut Maulhardt bereits einiges dafür tun, dass sie nicht doch irgendwann frieren müssen. „Das Abstellen des Fahrzeugs an einem windgeschützten Ort, einem Carport mit Seitenwand oder Garage“ etwa, gehöre dazu. Und unbedingt sollte die Vorklimatisierung des Fahrzeugs genutzt werden.

Maulhardt ergänzt zur Nutzung der Standheizung: „Noch vor Fahrtbeginn sollte der Akku von 80 Prozent auf 95 Prozent nachgeladen werden.“ Die Heizung sollte ihrem Rat zufolge dann bereits vor Fahrtbeginn in Betrieb genommen werden, am besten noch beim Ladevorgang.

Der Automobilclub ADAC bestätigt: In jedem Elektroauto sei serienmäßig eine Standheizung verbaut. Wenn möglich, sollten Fahrer den Innenraum des E-Autos vorheizen, solange der Wagen an der Ladestation hängt. Während der Fahrt schaltet man laut ADAC dann am besten den Eco-Modus ein und typische Energiefresser wie das Infotainment ab. Licht und Sitzheizung dagegen dürfen angeschaltet bleiben, weil sie die Akkuleistung kaum beinträchtigen.

Auch die ADAC-Experten raten, besser mit Sitz- und Lenkradheizung zu arbeiten und dafür die Heizungstemperatur für das gesamte Fahrzeug niedriger einzustellen – etwa auf 18 statt 22 Grad.




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