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Die spontanen Spieler bleiben weg / Karte kostet 5 Euro für zwei Jahre

"Durch die neue Lottocard verlieren wir in jeder Woche bares Geld"

Rinteln (motz) . Seit dem 1. Januar 2008 gilt der neue Staatsvertrag für mehr Schutz für Suchtgefährdete und Minderjährige beim Glücksspiel. Um bei den Spielen von Oddset, Keno, Toto oder Quicky mitspielen zu können, ist die Lottocard notwendig, die gegen Ausweisvorlage an den öffentlichen Verkaufsstellen erhältlich ist. Auf diesem Weg sollen Minderjährige von den "schnellen Spielen" ferngehalten werden. Ab 2009 sollen zudem alle Formen von Glücksspiel im Internet verboten werden.

Die Lottocard, eigentlich eingeführt, um das Lottospielen komfortabler zu machen ("damit kein Gewinn verloren geht", war Motto der Werbung für die Karte) kostet die örtlichen Annahmestellen inzwischen jede Woche bares Geld. "Es macht sich bemerkbar in unserer Kasse", schilderte Kerstin Exner vom gleichnamigen Tabakladen auf dem Marktplatz auf Anfrage. Kunden, die nur gelegentlich mal spielen möchten, bleiben aus, denn bei Oddset, Toto und Keno geht es nicht mehr ohne. Das mehrwöchige Warten auf die "Lizenz zum Zocken" ist ihnen zu umständlich, die spontane Lust zu spielen vergeht. Zudem müssen persönliche Daten, wie etwa das Geburtsdatum sowie der Geburtsort angegeben werden, eine Maßnahme, die bei den Gelegenheitsspielern auf Unverständnis stößt. Für die Annahmestellen in Rinteln, so nah an der Grenze zum Lippischen ist besonders die unterschiedliche Länderregelung von großen Nachteil: Während die Lottocard in Niedersachsen fünf Euro für zwei Jahre kostet, ist die "WestLotto Basis-Karte" im benachbarten Nordrhein Westfalen kostenlos und wird dem Kunden sofort ausgehändigt. Für uns ein echtes Problem, betonte Udo Schaefer von Cigarren/Touristik Schaefer GmbH in der Weserstraße. Zudem sieht Schäfer die Wirkung der verschärften Verordnung eher kritisch: "Es gibt genug Gesetzeslücken." Normales Lottospielen sei beispielsweise von der "Kartenpflicht" nicht betroffen und für jedermann zugänglich, auch potenziellen Spielsüchtigen. Eigentlich sollte die Lottocard bei ihrer Einführung 1996 den Kunden einen besseren Service bieten. Mögliche Gewinne werden automatisch auf das angegebene Konto überwiesen, auch wenn der Spielschein mal verloren gehen sollte. Bei höheren Gewinnsummen bekommt man sogar eine schriftliche Benachrichtigung - diskret, versteht sich.




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