×
Oldtimer gerammt / Gutachter als Detektiv: Gegen Lackspuren hilft kein Leugnen

Dumm gelaufen: Unfallflüchtiger fährt Polizeistreife direkt in die Arme

Rinteln (wm). Es waren ein Zeuge und Kommissar Zufall, die jetzt einen Unfallflüchtigen ermitteln halfen: Am Sonnabend, 27. September, gegen 17.15 Uhr war der ehemalige CDU-Ratsherr Friedrich Feick aus Bad Eilsen mit seinem Fiat Spider Cabrio, Baujahr 1982, auf dem Weg von Todenmann nach Rinteln gewesen, als ihm auf der Mindener Straße in Höhe der Einmündung Virchow-Straße, also am Krankenhaus, ein Passat entgegenkam. Der hätte urplötzlich, erzählte Feick später der Polizei, einen wilden Schlenker gemacht und sei auf ihn zugekommen. Die Kollision hinterließ an Feicks Oldtimer einen beträchtlichen Schaden: Der Außenspiegel war abgerissen, das Fenster defekt, der Kotflügel verbeult, das Vorderrad zerstört.

Zum Glück gab es einen Zeugen, der sich erinnerte: Es müsse ein weinroter Passat gewesen sein, älteres Baujahr, sogar einen Teil des Kennzeichens hatte er sich gemerkt: SHG und die ersten zwei Buchstaben. Ganz sicher war er allerdings nicht. In unserer Zeitung wurde eine Meldung veröffentlicht, gleichzeitig forsteten die Polizeibeamten die Dateien der Kfz-Zulassungsstelle durch und wurden tatsächlich fündig - ein Kennzeichen passte zu einem Passat. Dann - wie der Zufall so spielt - waren die Beamten gerade auf dem Weg zum Halter des mutmaßlichen Unfallfahrzeuges, als ihnen ein Passat mit einem deutlich sichtbaren Unfallschaden am Kotflügel entgegenkam. Der Streifenwagen wendete und die Beamten stoppten den Fahrer. Er fuhr den gesuchten weinroten Passat. Das Fahrzeug wurde sichergestellt. Weil der Fahrer sich an nichts mehr erinnern wollte, wurde die Sache schließlich ein Fall für Roman Langosch, Diplom-Ingenieur bei der Dekra in Minden und Sachverständiger für Unfallschäden. Langosch stellte in der Halle des Abschleppdienstes beide Unfallfahrzeuge so gegeneinander, wie sie sich beim Unfall berührt haben mussten - es passte geradezu frappierend. Außerdem fotografierte der Gutachter beide Fahrzeuge und nahm Lackproben. Eine Aussage vor Ort wollte der Gutachter nicht treffen - das tun Gutachter nie in einem schwebenden Verfahren. Auf der anderen Seite sei die Gaschromatographie (GC) eine sichere wissenschaftliche Methode, Lackspuren hundertprozentig zu bestimmen. Und die Polizei drückte ihre Fahndungsergebnisse diplomatisch so aus: Der Verdacht habe sich erhärtet.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt