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Dürre – wenn die Ernte wortwörtlich brandgefährlich wird

BAD MÜNDER. Autofahrer, die brennende Straßenrandstreifen löschen, aber auch ein großer Stoppelfeldbrand mit rund 150 000 Euro Schaden, der mehrere Feuerwehren fordert: In den vergangenen Wochen hat sich die Gefahr von Feuer auf Feldern und in Wäldern dramatisch erhöht. Trotz Warnungen kommt es immer wieder zu Bränden.

Raub der Flammen: Ein ausgebrannter Traktor auf einem Feld am Deisterhang. Foto: Huppert
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Die extrem erhöhte Brandgefahr hat dazu geführt, dass sich auch die Feuerwehren im Stadtgebiet intensiv mit der Reaktion auf brennende Felder und Wälder beschäftigt haben. Ein Grundproblem dabei: Nur in den seltensten Fällen befindet sich die Brandstelle in unmittelbarer Nähe eines Hydranten und nur mit Glück ist ein Teich oder die Hamel in der Nähe. Also muss viel Wasser in kurzer Zeit zur Verfügung gestellt werden können. „Landwirte unterstützen uns dabei ganz hervorragend“, sagt der stellvertretende Stadtbrandmeister Sebastian Gollin. An mehreren Stationen im Stadtgebiet haben sie große Wasser- oder Güllewagen so positioniert, dass sie im Bedarfsfall schnell zur Verfügung stehen. „Der Landwirt Feuerhake in Brullsen hat 17 500 Liter sofort einsetzbar, Landwirt Wesemann in Egestorf 13 000 Liter und Landwirt Böker in Beber 11 000 Liter“, erklärt Gollin. Die heimischen Wasserverbände Mühlenbachtal und Bakede hätten die Wehr beim Befüllen der Wagen unkompliziert unterstützt. Parallel dazu übten die Feuerwehren im Stadtgebiet Einsatztaktiken und Grundlagen der Bekämpfung von Wald- und Flächenbränden.

Wie sensibel Landwirte angesichts der extremen Trockenheit derzeit auf ihren Äckern agieren, stellt auch Landmaschinenmechanikermeister Axel Wesemann heraus, denn: Ein Mähdrescher bei der Ernte ist im wörtlichen Sinne brandgefährlich. Neben regelmäßiger Wartung rät er zu gründlicher Reinigung, wenn nötig, auch mehrfach am Tag. An den Abgasanlagen moderner Dieselmotoren entstehen sehr hohe Temperaturen, die leicht Staub entzünden können. Breitet sich ein Feuer auf Treibstoff und Öl aus, steht eine Maschine in sekundenschnelle in Flammen – wie jüngst auf einem Stoppelfeld am Deisterhang. Aber auch Funken, die durch auf Metall auftreffende Steine entstehen, können schnell ein Feld in Brand stecken. „In einigen Regionen gibt es bereits Auflagen, dass Landwirte bei der Ernte Wasser bereithalten müssen“, weiß Wesemann.



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